Transcript: Projektmanagement - "es ist alles nicht so einfach"

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Dominik

Ja, hallo, liebe Hörerinnen und Hörer, willkommen beim Python-Podcast, Folge 22.

Dominik

Wir machen heute Projektmanagement, vielleicht auch ein bisschen mit Python.

Dominik

Und spannenderweise ist genau diese Folge die Folge, die bis jetzt am wenigsten funktioniert hat.

Dominik

Und wir versuchen seit September diese Folge aufzunehmen und hatten schon mehrere Termine, die dann wieder geplatzt sind.

Dominik

Und dann haben wir schon mal eine Folge aufgenommen, die total nicht funktioniert hat.

Dominik

Und jetzt fangen wir wieder von vorne an. Also Projektmanagement ist eine tricky Sache.

Dominik

Wir sind wieder beim Jochen im Wintergarten.

Dominik

Hallo Jochen. Und Remot. Und Remot dabei. Heute wieder zwei unserer Stargäste. Und zwar der Christian und der Johannes. Hi. Hallo. Hallo. Ja. Vielleicht noch ein bisschen vorher am Anfang ein paar News aus der Szene einstreuen? Ja, können wir eigentlich mal mit anfangen. Genau. Ja. Was gibt's denn Neues? Der Christian hatte was Spannendes, glaube ich.

Christian

Ich hatte eingeworfen,

Christian

wart ihr eigentlich nicht beim Python-Camp dabei?

Christian

Ich habe gerade überlegt, was du gesagt hattest.

Christian

Genau, da hatte ich das vorgestellt,

Christian

weil ihr sagtet, dass

Christian

das PIP-Env gerade einen Release

Christian

bekommen hat, zum Thema

Christian

wie man so Anwendungen paketiert,

Christian

beziehungsweise ganze Anwendungen irgendwo

Christian

ausrollt mit dem Virtual-Env. Da habe ich

Christian

tatsächlich Anfang des Jahres oder vor

Christian

so zwei, drei Monaten, als Corona

Christian

gerade losging, selber was

Christian

gebaut, das nennt sich App-Env,

Christian

womit man dann mit einer Requirements-Text-Datei

Christian

oder einem Freeze-File in der Lage ist,

Christian

so Self-Contained, Self-Bootstrapping-Anwendungen zu bauen,

Christian

die man aber auch auf beliebige andere Python-Pakete

Christian

einfach draufjagen kann.

Christian

Genau, das war so ein kleines interessantes Werkzeug

Christian

für Leute, die in dem großen Potpourri aus

Christian

Wie kann man noch Virtual Envs?

Christian

Environment.

Christian

Genau, da reinwerfen.

Christian

Eine der wenigen Möglichkeiten, Virtual Envs zu machen.

Christian

Ja, genau.

Dominik

Ja, was sind eure Lieblingssachen?

Dominik

Also das ist tatsächlich auch dein Lieblingsweg, da Env zu machen?

Dominik

App Env?

Dominik

Halt immer für dieses

Dominik

Thema von, ich will die

Christian

in der Form vorliegen haben, um in

Christian

Projekten, wo ich mich mit anderen koordinieren

Christian

muss und wir das

Christian

nicht so global auf dem System installieren

Christian

wollen, ist es bei App Env

Christian

so, dass du so eine kleine Bootstrap

Christian

Datei unter dem Namen,

Christian

wie du diese Anwendung in dem Projekt benutzt,

Christian

in dein Repository mit eincheckst,

Christian

sodass jeder andere, der dieses Projekt auscheckt,

Christian

einfach nur .slash

Christian

in unserem Fall ist das Bateau, das

Christian

Deployment-Werkzeug, aber das kann halt irgendwas anderes sein,

Christian

was dann in einem Virtual-End als Executable

Christian

lebt, aufgerufen wird und

Christian

er sich automatisch darum kümmert, dass jeder

Christian

die richtige Version und alle Dependencies

Christian

etc. bekommt. Und wenn du

Christian

halt manchmal im Team mit 20, 30 Projekten

Christian

arbeitest, die alle unterschiedliche Versionen haben

Christian

und aber dann eins wurde dann doch wieder aktualisiert,

Christian

dann ist das halt eine schöne Variante,

Christian

um zu machen, dass niemand

Christian

sich darum kümmern muss, wenn er

Christian

mit dem Ding interagiert, ob das jetzt gerade

Christian

aktualisiert wurde oder nicht. Insofern

Christian

das passt uns sehr, sehr gut.

Christian

Ja, okay.

Christian

Für eine Entwicklung nehme ich es aber nicht. Also wenn

Christian

ich Projekte entwickle, dann mache ich meistens einfach

Christian

wirklich bloß ein ganz dummes

Christian

Virtual-Env in einem

Christian

ausgecheckten Repo rein. Ich mache gerne

Christian

viele, tausend Virtual-Envs

Christian

überall rechts und links.

Christian

Ich activate die auch nicht,

Christian

sondern ich rufe die dann immer mit den absoluten Faden

Christian

aus dem Projekt raus auf.

Christian

Okay.

Dominik

Ich habe mich so ein bisschen in das, was Jochen mir gezeigt hat, Poetry verliebt.

Dominik

Das fand ich irgendwie auch ganz nett.

Jochen

Ja, also ich benutze meistens Poetry.

Jochen

Und das ist halt auch, also in den Projekten, ich habe es noch nicht alles umgestellt,

Jochen

aber in denen, in denen ich das getan habe, war es dann halt auch so, dass es relativ einfach ist.

Jochen

Immer wenn ich jetzt da irgendwie was ändere oder so, mache ich gleich ein Poetry-Update

Jochen

und sozusagen habe dann auch immer aktualisierte Fassungen,

Jochen

Während das bei dem Ansatz, den ich früher hatte mit Virtual Envys

Jochen

immer so ein bisschen hakelig war.

Jochen

Da muss man sich erst raussuchen, welche sind denn outdated

Jochen

und kann man die jetzt upgraden oder nicht.

Jochen

Aber Poetry Update einmal testdurchlaufen lassen,

Jochen

reicht eigentlich immer.

Jochen

Und das funktioniert tatsächlich auch für mich ziemlich gut.

Jochen

Was mich so ein bisschen nervt,

Jochen

ist, dass es teilweise sehr, sehr lange braucht,

Jochen

bis die Dependencies aufgelöst sind.

Jochen

Ich weiß nicht so genau, woran das liegt.

Jochen

Aber was halt da interessant ist,

Jochen

es jetzt gab tatsächlich

Jochen

eine neue PIP-Env-Release

Jochen

irgendwie, das

Jochen

ja

Jochen

und da sind einige interessante

Jochen

Geschichten dazugekommen, das heißt also momentan könnte man sich

Jochen

das nochmal angucken und

Jochen

vielleicht wäre jetzt nochmal ein guter Zeitpunkt, das mit Poetry

Jochen

zu vergleichen, weil Poetry

Jochen

habe ich eigentlich nur deswegen genommen

Jochen

und dann halt auch vorgeschlagen, weil

Jochen

das halt aktiv

Jochen

entwickelt wurde und PIP-Env sah so ein bisschen

Jochen

danach aus, als wäre

Jochen

die Entwicklung da im Wesentlichen schon passiert und

Jochen

das liegt halt so rum, aber

Jochen

tut irgendwie nichts mehr und das

Jochen

hat sich wohl geändert. Also insofern

Jochen

sollte man sich das vielleicht nochmal angucken, aber habe ich jetzt auch noch

Jochen

nicht gemacht, insofern kann ich dazu nichts sagen.

Jochen

Ja, bei Pip-Inf stand halt so ein bisschen

Christian

raus, dass es da auch mal wieder so einen

Christian

Übergang gab von, ich glaube,

Christian

war das Kenneth Rates, der das

Christian

Original entwickelt hatte und

Christian

er dann halt aber es auch in einer

Christian

Form hatte, wo er sagte, ganz fertig ist es noch

Christian

nicht und dann der Übergang zu

Christian

die PIPA-Leute haben gesagt,

Christian

wir würden sie im Prinzip jetzt übernehmen,

Christian

aber diese Arten von Transitionen sind halt

Christian

mit Kenneth manchmal so ein bisschen holperig.

Christian

Ich merke auch gerade, ich habe gerade...

Christian

Der Kenneth ist auch so

Christian

einer, der gerne Projekte anfängt, oder?

Johannes

Der macht ganz viele Sachen

Johannes

erstmal und die...

Johannes

Ja, da gibt es ganz viele Sachen,

Johannes

die er mal angefangen hat, um es mal so zu sagen.

Johannes

Es ist keine Kritik oder so, sondern es ist einfach

Johannes

was, um die Überleitung hinzukriegen.

Johannes

Ja, die Überleitung hätte fassen müssen,

Johannes

wenn wir keine News mehr gehabt hätten.

Jochen

erfolgreiche Projekte werden

Jochen

auch irgendwann beendet und so.

Jochen

Was unterscheidet denn irgendwie

Jochen

so ein Stück Software von einem Projekt?

Jochen

Ja, das ist eine interessante Frage.

Jochen

Ja, was ist das eigentlich?

Jochen

Sobald er Dominik seine News hat, müssen wir da mal drüber sprechen.

Jochen

Ja, ja.

Jochen

Ja, ja, natürlich.

Jochen

Ja, jetzt

Dominik

breake ich hier wieder einfach so rein und mache trotzdem

Dominik

wieder News. Und zwar gab es

Dominik

einen Blog-Eintrag von Cal Patterson, der

Dominik

geschrieben hat, dass Async Python

Dominik

nicht faster ist und da ein paar Benchmarks gemacht hat.

Dominik

War ganz interessant, wenn wir mal in die Shownotes linken.

Dominik

Oh ja, da gab es dann

Jochen

auf Twitter, habe ich nur gesehen, dass das irgendwie

Jochen

Leute, die darauf reagiert haben und dann geschrieben haben,

Jochen

war das doch alles Unsinn. Aber ich weiß nicht mehr genau,

Jochen

warum oder wer oder das

Jochen

renne ich mich auch nur so halb dran.

Jochen

Ja, ja.

Jochen

Schneller als Asunge

Jochen

ist die Aussage von diesem Blogpost.

Jochen

Ja, aber für was?

Jochen

Ich kann ja einen Benchmark

Jochen

schreiben, der beliebige Ergebnisse hat.

Jochen

Gute

Jochen

Frage, für was?

Dominik

Er hat die verschiedenen Web-Server getestet

Dominik

und verschiedene Loads, je nachdem, wie viel Work kann

Dominik

und wie viel Throughput das irgendwie generiert.

Dominik

Also was ich

Jochen

einfach mal ein bisschen mitzumeinen,

Jochen

was ich dann auf Twitter gelesen habe, ist, dass

Jochen

die Leute ihm vorgeworfen haben, dass er halt eigentlich

Jochen

nur Postgres getestet hat,

Jochen

weil da war halt irgendwann

Jochen

Schluss und

Jochen

ja, er hat halt irgendwie

Jochen

gar nicht wirklich Async getestet

Jochen

und das wäre halt irgendwie nicht okay

Jochen

gewesen, der Benchmark. Aber

Jochen

ich habe es mir auch selber nicht angeguckt, insofern kann ich das

Jochen

nicht sagen, aber das ist auf jeden Fall eine interessante Geschichte. Ich würde auch

Jochen

sagen, also was sie, ich meine, das ist halt

Jochen

ein schwieriges Thema. Leute wissen nicht

Jochen

so genau, was sie meinen, wenn sie denn sagen,

Jochen

Async ist schneller. Also

Jochen

insofern, ich meine,

Jochen

ich würde auch sagen, also wenn man Async irgendwie

Jochen

macht, hat das natürlich einen gewissen Overhead.

Jochen

Also wenn man jetzt einfach nur

Jochen

ein Programm hat, das irgendwie durchläuft,

Jochen

dann ist das in der Sync-Fassung immer ein kleines

Jochen

bisschen schneller als in der Async-Fassung.

Jochen

Aber wenn man jetzt irgendwie,

Jochen

keine Ahnung, viele Requests gleichzeitig beantworten

Jochen

will oder so, oder dann

Jochen

kann das natürlich mit Async deutlich schneller sein.

Jochen

Es kommt halt immer darauf an, was man macht.

Jochen

Also was man misst, also misst man die Zeit

Jochen

von, es fängt an,

Jochen

zu bearbeiten, bis der Request ist

Jochen

fertig bearbeitet oder wie viele

Jochen

Requests pro Sekunde gehen da durch oder so.

Jochen

Was misst man da eigentlich?

Jochen

Wichtiger

Christian

finde ich eigentlich eher, es geht ja darum, dass das

Christian

ein anderes Programmierparadigma ist,

Christian

in dem man bestimmte komplexe

Christian

Abläufe halt zuverlässiger

Christian

aufschreiben können soll.

Christian

Also

Christian

du hast halt manchmal das Problem, dass du

Christian

irgendeine Form von Parallelisierung brauchst, Parallelisierung

Christian

Richtung I.O., Parallelisierung

Christian

im Balancing, wer irgendwie

Christian

Compute-Zeit kriegt und

Christian

Async ist ja

Christian

tatsächlich halt, heißt ja erstmal Async I.O.

Christian

Und

Christian

da halt Patterns zu haben, die dann zum Beispiel

Christian

eben schneller und skalierbarer auf irgendwie

Christian

viele Endpoints reagieren können,

Christian

das sind ja die Themen, wo dann im Linux oder bei

Christian

anderen halt das Thema

Christian

SelectPol, E-Pol, etc.

Christian

kommen, um zu gucken, wie viel

Christian

CPU-Overhead muss eigentlich nachher draufgehen,

Christian

um diese ganzen ausstehenden Ressourcen zu verwalten,

Christian

damit dann irgendwann wieder aus der

Christian

Kernel-CPU-Zeit

Christian

in die User-CPU-Zeit

Christian

gewechselt werden kann, um zu sagen, ah, ich hab ja jetzt,

Christian

du kannst jetzt wieder richtige Arbeit machen, ich stehe jetzt

Christian

nicht bloß da und dreh Däumchen, um rauszufinden,

Christian

wo was erreicht wurde. Und das kannst du mit

Christian

Threads natürlich auch machen, hast aber

Christian

da dann wiederum halt das Problem, dass das ganz

Christian

schnell in Locking-Probleme und Koordinationsprobleme

Christian

und gesharete Datenstrukturen

Christian

und Async hat halt dort den Vorteil,

Christian

du kannst es leichter aufschreiben, weil die Punkte,

Christian

wann die Kontrollflüsse unterbrochen

Christian

werden, besser kontrollierbar sind.

Christian

Weil du halt weißt, immer nur wenn ich Yield

Christian

oder wenn ich die Methode verlasse, die

Christian

Co-Routine verlasse, dann gibt es diese Kontextwechsel,

Christian

das heißt, du brauchst an vielen Stellen bei geteilten Datenstrukturen

Christian

keine Logs, etc., etc., etc.

Christian

Das ist halt...

Jochen

Ah, okay, aber das ist interessant. Ja, nee, das finde ich

Jochen

völlig valide und

Jochen

ich meine, ich würde jetzt sagen, mit Splats kann man das

Jochen

ja auch irgendwie, sozusagen, dann nimmt man halt eine

Jochen

Queue und Logs, gut, ja, eben, stimmt,

Jochen

braucht man also eben nicht machen. Genau, Logs hat man,

Christian

Genau, so, Logs haben halt das Problem, das sind Kerneldatenstrukturen,

Christian

die du fürs Logging halt brauchst und die haben halt

Christian

Overhead und das ist halt blöd und wenn du die gar nicht mehr brauchst,

Christian

zack, geht das halt weg.

Christian

Deswegen ist eher die Frage, wie

Christian

verhält sich Async.io gegenüber

Christian

Threads und für mich die wichtigere Kombination

Christian

ist aber, dass du halt Fehlerquellen

Christian

eliminierst. Das Dumme

Christian

ist halt, Async ist jetzt auch nicht perfekt

Christian

und es programmiert sich manchmal auch

Christian

ein bisschen komisch, das ist halt so diese Rot-Blau,

Christian

das Rot-Blau-Problem,

Christian

dass es dann halt plötzlich in dein

Christian

Python-Code hat halt dann

Christian

eine rote und eine blaue Variante, nämlich

Christian

die Funktionen, die Sync sind

Christian

und die Funktionen, die Async sind und die

Christian

darfst du nicht durcheinander bringen.

Christian

Die dürfen sich auch nicht gegenseitig aufrufen,

Christian

das ist auch eine super coole Sache.

Christian

Ja genau, da musst du immer so eine Übergabe

Christian

Punkte machen und das ist tatsächlich so ein bisschen, na,

Christian

es geht noch fluffiger.

Christian

Es geht noch optimaler.

Christian

Ja, alles Async ist die Lösung jetzt gerade.

Christian

Das ist furchtbar.

Christian

Also ich mache das tatsächlich

Christian

eher so, dass ich dann immer mal so Code-Zweige habe,

Christian

wo ich sage, so jetzt muss ich parallel was machen, jetzt hole ich mal

Christian

für diesen Subcall-Tree

Christian

Async raus,

Christian

dann kommt dieser ganze Kram in Async und

Christian

danach geht's wieder zurück.

Christian

Ja, finde ich

Jochen

sehr interessant, weil ich hätte jetzt so spontan gesagt,

Jochen

wenn mich jemand gefragt hätte, was der

Jochen

Unterschied, oder wo ich den Unterschied sehen würde zwischen

Jochen

Threads und Async, dann würde ich auch sagen,

Jochen

ja, so Threads ist halt, im Grunde macht das genau das

Jochen

Gleiche, es ist beides Multiplexen von

Jochen

I.O.

Jochen

irgendwie Parallelität und

Jochen

aber Threads

Jochen

gehen halt nur beschränkt viele, weil

Jochen

naja, das sind halt auch wieder

Jochen

Kerneldatenstrukturen und du hast halt pro

Jochen

Thread irgendwie ein gewisses Maß, was man

Jochen

da dann halt irgendwie

Jochen

anlegen muss und wenn man dann halt nach ein paar

Jochen

Hundert, paar Tausend, ist dann halt irgendwie

Jochen

einfach Schluss, während ich mit Async.io halt

Jochen

auch, weiß ich nicht,

Jochen

halbe Millionen offene Verbindungen

Jochen

gleichzeitig haben kann.

Jochen

Weiß ich nicht, ob man es wirklich haben kann, aber so theoretisch

Jochen

könnte es sein, dass es geht und

Jochen

ja,

Jochen

das ist

Jochen

halt auch quasi vergleichbar schnell.

Jochen

Insofern kann man

Jochen

dann für solche Sachen, wo man ganz viele

Jochen

Verbindungen hat, dann halt irgendwie Async.io näher nehmen

Jochen

als Threads, aber ansonsten, ja.

Jochen

Und Threads sind halt hässlich zu debuggen, aber das ist

Jochen

Async.io möglicherweise halt auch

Jochen

irgendwie, da habe ich jetzt noch gar nicht so viel Erfahrung mit.

Jochen

Ja, die Antwort ist

Christian

ja. Also da gibt es halt auch,

Christian

ich meine, es gibt ja andere Sprachwelten,

Christian

halt gerade JavaScript,

Christian

Node.js, JavaScript hat von der Sprache

Christian

halt her schon ein besseres

Christian

Execution-Modell,

Christian

was die Vorhersagbarkeit

Christian

angeht, wann du die Kontrolle über

Christian

die Ausführung verlierst.

Christian

Bei Python Threading kannst du halt bei jedem

Christian

Bytecode

Christian

Statement

Christian

kann es halt sein, dass die Kontrolle

Christian

wechselt. Und dann weißt du halt teilweise

Christian

noch nicht mal, ob die eine Zeile, die gerade ausgeführt wird,

Christian

komplett durchkommt. Oder ob du

Christian

zum Beispiel beim Assignment

Christian

rechts die Expression noch ausgeführt kriegst,

Christian

dann kommt irgendein anderer Thread und beim

Christian

Assignment of the Target

Christian

hat sich schon irgendwas geändert

Christian

und bei Async

Christian

und bei JavaScript ist es halt eben so, du weißt

Christian

erst, wenn du den Execution-Block über

Christian

einen Yield oder über einen

Christian

Coroutine-Call oder halt den Call

Christian

verlassen, erst wenn du den verlässt,

Christian

dann geht die Kontrolle weg und so lange kannst du

Christian

darauf verlassen, dass niemand in diese

Christian

Liste reingeschrieben hat, niemand irgendwie

Christian

Dinge getan hat und

Christian

das reduziert den Denkaufwand

Christian

schon nochmal ganz schön massiv.

Christian

Was man häufiger machen muss, ist man

Christian

muss, glaube ich, den Code nochmal

Christian

anders strukturieren, dass er irgendwie lesbar ist,

Christian

um ihn für Menschen wieder serialisiert

Christian

durchgucken zu können.

Christian

Das ist auch das, was man halt kennt

Christian

in der Python-Welt dann wieder von dem

Christian

Twisted. Das Zeug heißt halt nicht

Christian

umsonst so. Das Twisted-Modell ist sehr, sehr nah

Christian

an dem dran, was AsyncIO im Prinzip

Christian

macht, mit so Promises und

Christian

so einem Zeug. Und am Ende hast

Christian

du halt für etwas, was du seriell Sync

Christian

einfach nur A, B, C, D, E

Christian

runterschreiben würdest, plötzlich 40

Christian

Funktionen gefühlt, die sich

Christian

alle gegenseitig mit irgendwelchen Promises und Callbacks

Christian

und wenn der den aber mit Error-Händler

Christian

da drüben und wenn der Error-Händler von dem aufgibt

Christian

und da blickt man halt sehr schnell nicht mehr

Christian

durch. Da halt eine Balance zu finden,

Christian

da müssen sich jetzt alle auch erstmal irgendwie dran gewöhnen.

Christian

Das gibt es in JavaScript jetzt übrigens auch.

Johannes

Die haben jetzt auch Promises. Also man kann auch in JavaScript

Dominik

jetzt... Ja, und mag jemand vielleicht mal ganz kurz

Dominik

erklären, was eine Promise denn überhaupt ist?

Dominik

Weiß nicht, ob das jetzt supergut

Dominik

in die Projektmanagement-Folge reinpasst.

Dominik

Ja, vielleicht noch ganz kurz, da wäre es gerade so...

Dominik

Eine Promise ist eine

Johannes

Berechnung, die

Johannes

zu einem späteren Zeitpunkt erst fertig

Johannes

werden kann. Das heißt, anstatt dass ich sage,

Johannes

das Ergebnis ist 5,

Johannes

sage ich, ich verspreche dir, dass wenn du

Johannes

das Ergebnis abrufen willst, dann mache ich es auch fertig.

Johannes

Das heißt, das Promise

Johannes

ist so eine Verpackung

Johannes

für irgendwann wird ein Ergebnis hier sein

Johannes

und die Garantie, dass das

Johannes

Ergebnis vorhanden ist, ist erst da,

Johannes

wenn das Promise abgerufen wird und die

Johannes

Hoffnung ist halt, dass man in der

Johannes

Zwischenzeit so genügend andere Dinge

Johannes

gemacht hat, dass das Promise quasi in Nullzeit

Johannes

berechnet werden kann.

Johannes

Weil zwischendurch immer mal wieder

Dominik

eine von den asynchronen

Dominik

Co-Routinen daran arbeitet, dass das ein bisschen weiter

Dominik

verpackt wird.

Christian

Das ist auch ein allgemeiner Punkt,

Christian

was man von Threads kennt. Also Threads kannst du halt

Christian

ja auch sagen,

Christian

du kannst halt zwei Varianten benutzen.

Christian

Du kannst halt entweder sagen, du machst dir ein Threadpool,

Christian

wo eine Funktion immer wieder irgendwas

Christian

abruft und verarbeitet und

Christian

dein Thread läuft unendlich lange oder du startest

Christian

bestimmte Funktionen mit Parametern in einem Thread

Christian

und kannst den dann joinen.

Christian

Das heißt,

Christian

in deinem Hauptprogramm kannst du irgendwie sieben

Christian

Dinge anfangen, kriegst dann

Christian

die Thread-Objekte und kannst am Ende sagen, so

Christian

join, join, join, join und das Join wird in deinem

Christian

Hauptthread wieder

Christian

returnen, in dem Moment, wo

Christian

der Thread sagt, so, ich hab mich beendet.

Christian

Und eine Future oder halt eine Promise

Christian

ist im Prinzip die Abstraktion davon,

Christian

dass du irgendwelche Calls hast, die dir so

Christian

ein Future-Objekt liefern

Christian

und dann hast du auf dem Ding halt

Christian

eine verallgemeinerte

Christian

Möglichkeit, um zu sagen, also

Christian

übrigens, falls das schief gehen sollte, hier ist noch

Christian

ein Callback, der bitte aufgerufen werden sollte, wenn das

Christian

schief gehen sollte. Hier ist noch ein Callback,

Christian

der aufgerufen werden sollte, wenn es erfolgreich ist

Christian

und sag mal, wie geht es dir eigentlich gerade?

Christian

Das ist sozusagen diese Verallgemeinerung von

Christian

diesen Patterns von, ich lasse irgendwas asynchron

Christian

ausführen und will dann irgendwann sagen, so

Christian

jetzt hätte ich es gerne, jetzt warte ich

Christian

darauf, dass du fertig wirst.

Jochen

Okay. Man kann aber auch

Jochen

in JavaScript inzwischen

Jochen

irgendwie async-await-Syntax,

Jochen

die praktisch genauso aussieht,

Jochen

wie in Python verwenden.

Jochen

Insofern. Aber da

Johannes

kommt es dann sehr darauf an, welche

Johannes

Bibliothek-Welt man gerade lebt, ob die

Johannes

Parasys macht oder Futures oder Await

Johannes

oder Threads oder

Johannes

Timer oder Callbacks.

Johannes

Ja, ja. Und was man halt tatsächlich

Christian

dann nicht vergessen darf, ich erlebe das immer

Christian

wieder, wenn ich Projekte habe, wo Node.js eine Rolle spielt,

Christian

man muss in den async-Sachen

Christian

dieses ganze Thema

Christian

Kontrollflusssteuerung mit Exceptions

Christian

ganz anders anzuhaben und

Christian

mein Liebling, der mir bei Node immer

Christian

auffällt und das passiert immer in Python aber halt

Christian

auch, ist, wenn dann irgendwelche

Christian

Datenbankbibliotheken,

Christian

Datenbanken angesprochen werden und der Datenbank-Server

Christian

geht mal kurz weg und du kriegst dann halt

Christian

mittendrin irgendeine Exception von, ja,

Christian

hier war die Connection weg und

Christian

niemand hat im Framework ordentlich Händler

Christian

für diese Exceptions registriert,

Christian

dann sitzt dein, weil dein Hauptthread

Christian

macht später nichts anderes mehr

Christian

als nur diesen Loop von, ja, gibt's

Christian

ja noch Async-Dinge zu tun. Ja, dann husch, husch, husch.

Christian

Ah, hier sind wieder neue. Husch, husch, husch.

Christian

Und der beendet sich aber nie.

Christian

Und wenn aber dann halt sozusagen die ganzen

Christian

Libraries alle mal gestorben sind

Christian

und nur noch sagen, ja, ich konnte mich ja nicht connecten

Christian

und mein Connection-Pool ist weg und

Christian

keiner behandelt diese Exceptions,

Christian

dann sitzt dein Programm da rum,

Christian

tut so, als wenn alles okay wäre und

Christian

das Monitoring sagt, läuft doch.

Christian

Husch, husch.

Johannes

Wir haben heute erstaunlich wenig Last

Johannes

auf unseren Redner. Ja, genau. Aber tatsächlich

Christian

häufig ist es so, der Webserver in dem Ding

Christian

antwortet dann für irgendwelche Statusseiten immer noch,

Christian

ja, ich bin anwesend, dass aber die

Christian

realen Requests alle auf die Schnauze fliegen und

Christian

er zu doof ist, sich zu reconnecten

Christian

und das ist was, das hättest du

Christian

in einem seriellen Ding

Christian

oder einem Synchronen Ding eher weniger, da würde

Christian

diese Exception normalerweise bis in den Main

Christian

Loop durchbubbeln

Christian

und dann explodieren

Christian

und dann geht die Anwendung aus,

Christian

wird neu gestartet, kann sich zu Datenmark reconnecten

Christian

und dann ist alles gut. Das sind sozusagen Sachen,

Christian

da hat man jetzt sozusagen Probleme, die eigentlich

Christian

schon mal auf eine andere Art gelöst waren.

Christian

die hat man sich jetzt nochmal eingefangen, die muss man jetzt mit

Christian

ordentlichem Handwerkszeug neu machen,

Christian

aber ordentliches Handwerkszeug, ich will jetzt nicht

Christian

zu sehr über die

Christian

Kryptwelt herzählen.

Johannes

Aber das ist ja in Python genauso, also ich meine, die Sachen

Johannes

könnten ja auch in Python abspringen,

Johannes

aber da kann man jetzt vielleicht nochmal

Johannes

einen Übersprung, außer der Dominik

Johannes

hat mal mehr News, kann man nochmal versuchen,

Johannes

zu Projektmanagement zu kommen,

Johannes

weil dieses ordentliche

Johannes

Handwerkszeug ist ja durchaus was, was man

Johannes

versucht, über Projektmanagement in den Griff zu kriegen.

Johannes

Ja, dass man halt sagt, okay,

Johannes

bevor jemand irgendwas hier

Johannes

in den Masterbranch pushen darf,

Johannes

müssen alle Tests gelaufen sein oder irgendwie

Johannes

sowas, dass du halt das über

Johannes

quasi Prozesse in den Griff kriegst, die nicht

Johannes

in der Software drin sind, sondern in den Menschen.

Johannes

Jetzt könnte ich dazu ja

Johannes

gerade mal so die,

Christian

auf meinem Stichwortzettel für heute,

Christian

die, ich wollte so diese Antithese

Christian

gerade, ich wollte mit dem bösen

Christian

Onkel spielen, aber ich fürchte,

Christian

ich bin zu nah an dem dran, was du gerade

Christian

tatsächlich auch sagen wolltest.

Christian

Also ich beobachte Projektmanagement in den letzten Jahren häufig als eine Art Form von industrialisierte, weaponized Möglichkeit, um Entwickler möglichst zügig in einem Zwei-Wochen-Rhythmus durch eine Ticketliste zu prügeln.

Christian

Da bist du aber tatsächlich mit, ja, ja, und wenn man die...

Johannes

Würdest du sagen, es funktioniert, oder würdest du sagen, es funktioniert nicht?

Christian

Das funktioniert halt in den Fällen, wo die Leute nichts Neues machen müssen, sondern halt tatsächlich einfach bloß das Zeug abarbeiten, was sie immer machen.

Christian

Ja, aber da würde ich sagen,

Christian

das ist natürlich dann eigentlich...

Christian

Da brauchst du auch kein Projektmanagement.

Christian

Genau, aber ja.

Christian

Das ist eigentlich nur Bearbeiten von Tickets,

Dominik

dann schätze ich da hin und Ticket, Ticket, Ticket, Ticket, Ticket, Ticket, Ticket, Ticket, Ticket.

Dominik

Das ist ja auch eine Art von Projektmanagement.

Dominik

Die Priorisierung dann, welches Ticket du nimmst

Dominik

oder machst du die Reihenfolge nach

Dominik

oder wann die aufgenommen, für's DIN, für's A oder...

Dominik

Was ist denn ein Projektmanagement?

Dominik

Vielleicht fangen wir da nochmal ganz von vorne mit an.

Dominik

Was ist ein Projekt?

Johannes

Da haben wir uns doch letztes Mal schon drüber gestritten.

Johannes

Ja, das letzte Mal haben wir aber wieder weggeschmissen,

Johannes

das musst du nochmal...

Jochen

einfach nochmal die gleichen Personen über das gleiche Ding

Jochen

und hoffen, dass es jetzt mal anders ausgeht.

Jochen

Dass wir heute was anderes sagen.

Johannes

Also ich kenne die Definition von Projekt

Johannes

so, dass es ein Vorhaben ist, was

Johannes

zeitlich begrenzt ist und ein

Johannes

genau definiertes Ziel hat.

Johannes

Das heißt,

Johannes

Projekt wäre irgendwas, genau,

Johannes

ganz harte Regeln.

Johannes

Beziehungsweise genau definiertes Ziel

Johannes

kann ja auch sein, wir wollen besser werden. Das ist ja auch

Johannes

ein genau definiertes Ziel.

Johannes

Das Wichtige ist wirklich, es muss einen zeitlich festgelegten Rahmen haben. Das heißt, es muss von einem Zeitpunkt bis zu einem Zeitpunkt gehen und es muss ein Ziel haben. Und idealerweise ist das Ziel so definiert, dass du hinterher sagen kannst, ja, das Projekt war erfolgreich oder das Projekt war nicht erfolgreich oder es war teilweise erfolgreich.

Dominik

Das ist ja schon sehr konkret. Also es ist nicht einfach Arbeit, die zu tun ist.

Johannes

Genau, es ist nicht einfach Arbeit, die zu tun ist, sondern es ist ein Ziel, du willst ein Ziel erreichen. Das Ziel kann natürlich sein, der Zeitraum ist zwei Wochen und in zwei Wochen sind folgende Tickets abgearbeitet. Das ist ja auch ein Ziel, das ist auch ein Projekt in dem Sinne.

Dominik

Naja, also welche Dimension hat denn jetzt zum Beispiel so ein Ziel? Ich kann erst ja ganz viele kleinteilige Ziele machen und die unter einem großen Oberziel und ganz vielen großen mehreren Zielen machen. Ab wann fängt da ein Projekt an, oder?

Johannes

Ja, das ist jetzt das, was Projektmanagement ist. Das Projektmanagement, wie du deine Projekte managst, sagt im Wesentlichen, wie lange deine Projekte sind und wie groß die Ziele sind. Du kannst natürlich ein Projekt machen, das heißt Firma und das Projekt heißt Geschäftsjahr und das Ziel ist es, am Ende des Geschäftsjahres viel Umsatz gemacht zu haben.

Dominik

Profit, Profit, wir treten nach Profit.

Dominik

Genau, sagst einfach Profit.

Johannes

Wir wollen am Ende des Geschäfts auch das Profit machen.

Johannes

Und das ist super gut, weil du weißt ganz genau,

Johannes

es geht vom 1.1. bis zum 31.12.

Johannes

Und dann guckst du am 31.12. auf dein Dashboard

Johannes

und siehst, wie viel Profit du gemacht hast.

Johannes

Und das ist super gut messbar.

Johannes

Aber es ist für die Ausführung, für die Durchführung des Projektes

Johannes

vielleicht nicht so gut, weil da nicht drin steht,

Johannes

weil da nicht dran hängt, was du tun kannst.

Johannes

Und das ist sozusagen das größte Projekt, was du machen kannst.

Johannes

Ich will über die längste Zeit, die ich mir denken kann,

Johannes

möglichst viel Gewinn machen.

Johannes

Das kleinste Projekt, was du machen kannst, ist ein Meeting.

Johannes

Du gehst in ein Meeting und sagst, das Meeting dauert von neun bis zehn

Johannes

und das Ziel ist es, wir müssen entscheiden,

Johannes

ob wir JavaScript oder Python verwenden.

Johannes

Und das wäre auch ein Projekt.

Johannes

Wenn du das möchtest, kannst du das auch als Projekt sehen.

Johannes

Weil es ist ein zeitlich begrenztes Vorhaben,

Johannes

was ein definiertes Ziel hat.

Johannes

Und die Frage ist, wie sinnvoll ist das? Ist das jetzt sinnvoller, eine Million Projekte zu haben, die so klein sind oder ist es sinnvoller, ein Projekt zu haben, was sehr groß ist?

Dominik

Kann man denn ganz viele kleine Sachen managen oder braucht man was ganz Großes managen? Was ist denn da managen? Was heißt das? Strukturiere ich das um? Priorisiere ich das? Mache ich eine große Liste, wann was gemacht werden muss? Versuche ich alle Menschen bei Laune zu halten, um zu gucken, dass die einfach arbeiten?

Johannes

Ja, alles, was du sagst, würde ich sagen. Also alles, was du tun musst, um deine Ziele zu erreichen.

Christian

Was ich halt spannend finde, ich habe gerade nebenbei noch die Wikipedia offen gehabt und ich habe festgestellt, es gibt eine DIN für den Begriff Projekt.

Christian

Ach, sehr schön.

Christian

Es gibt eine DIN für alles.

Christian

Jetzt gibt es die DIN 69901, die sagt, ein Projekt ist ein Vorhaben, das im Wesentlichen durch die Einmaligkeit, aber auch Konstante der Bedingungen in ihrer Gesamtheit gekennzeichnet ist, wie zum Beispiel Zielvorhergabe, zeitliche, finanzielle, personelle, andere Begrenzungen, Abgrenzungen über anderen Vorhaben und die projektspezifische Organisation.

Christian

Also was ich interessant finde an der Stelle ist tatsächlich dieses Thema Einmaligkeit und Zielgerichtetheit und wenn ich an der Stelle jetzt drüber nachdenke, das gilt halt für viele Dinge, die ich so sehe, wenn man jetzt mal fragt, okay, was tun wir eigentlich den ganzen Tag lang, dann gilt es halt fast gar nicht mehr so.

Christian

Also zeitliche Abgegrenztheit, also ich finde zum Beispiel jetzt diese Metapher mit das Geschäftsjahr einer Firma, das ist so ein bisschen sehr synthetisch und sehr hergeholt, weil tatsächlich so diese Einmaligkeit und zeitliche Begrenztheit ja eigentlich nicht gegeben ist, die ist ja nicht aus diesem Zweck selber raus und wenn man halt Organisationstheorie anguckt, sollte ein Unternehmen im Prinzip tatsächlich auch erstmal noch andere Funktionen haben als nur die Erwirtschaftung des Profits.

Johannes

Natürlich, das war immer als Beispiel gedacht für die größte Einheit, die man sich denken kann.

Christian

Jaja. Und ich finde es aber spannend, weil nämlich dieses Thema Einmaligkeit und Zielgerichtetheit heutzutage in vielen, tja, Aufgaben, die vor einem liegen, gar nicht mehr so gegeben sind. Oder halt dieses Thema konstante Ressourcenallokationen, solche Dinge.

Christian

Ich finde es viel interessanter,

Johannes

für mich ist das ganz anders.

Johannes

Es ist voll witzig, dass du genau diese beiden

Johannes

Begriffe rauspickst, weil für mich ist der

Johannes

zeitliche Aspekt einer, der

Johannes

heutzutage viel schwammiger behandelt wird,

Johannes

als man das vielleicht früher gemacht hat.

Johannes

Das ist richtig.

Johannes

Der zeitliche ist für mich

Christian

tatsächlich, der löst sich für mich halt auch auf.

Christian

Ich wollte es

Christian

vom anderen Ende aufziehen gerade, weil

Christian

ich jetzt ein paar Mal mit

Christian

Leuten es davon hatte, dass

Christian

eigentlich das, was bisher klassische

Christian

Projekte sind, inzwischen eigentlich Produkte

Christian

sind.

Christian

Also ich habe ganz viele

Christian

Ja, ich

Christian

finde halt häufig schon wirklich

Christian

Produkte in so einer Kombination

Christian

tatsächlich auch

Christian

wir haben, also bei uns ist es so,

Christian

wir haben gerne mal Kunden, die irgendwelche

Christian

eher so Geschäftsansätze,

Christian

Business

Christian

Ideen haben

Christian

aus ihrem eigentlichen

Christian

Geschäft raus und die suchen sich

Christian

irgendwen, der dieses eigentliche Produkt,

Christian

also wenn da ein digitales Produkt raus

Christian

entsteht, jemand anderes, der es implementiert

Christian

und irgendwer muss das Ding dann operativ

Christian

irgendwie betreuen und da kommt dann aber sofort

Christian

so ein Perpetuum Mobile

Christian

schon fast raus, wo

Christian

man davor steht und sagt, okay, es ist halt kein

Christian

Projekt, weil das ist halt zeitlich nicht begrenzt,

Christian

sondern wir wollen das im Prinzip als wie eine Art Mini-Unternehmen

Christian

nach vorne treiben

Christian

und es ist halt auch nur mäßig

Christian

zielgerichtet im Sinne von

Christian

es gibt halt kein festes Ziel, von wann haben

Christian

wir das erreicht oder nicht, sondern es gibt mehr ein

Christian

ja, wir haben hier irgendwie das Gefühl aus unserem

Christian

Hauptbusiness raus, in dieser anderen Ecke

Christian

da verbirgt sich irgendwie ein neuer Markt.

Christian

Wir müssen mal gucken, was man da machen kann.

Christian

Lassen wir mal irgendwas da hinwerfen, gucken,

Christian

wie der Markt reagiert und dann rennen wir nachher,

Christian

wenn wir rausfinden, dass es doof war, in genau die entgegen

Christian

die letzte Richtung.

Christian

Deswegen bin ich so an diese Einmaligkeiten

Christian

an den Ziel gerichtet halt und die zeitliche

Christian

Abgrenzung, die löst sich da in der Folge

Christian

so im Prinzip sozusagen automatisch auf.

Christian

Nur um das kurz

Johannes

einzuwerfen, da gibt es auch für diese Dinge, die du

Johannes

beschrieben hast, gibt es auch andere Worte

Johannes

noch in dieser, ich glaube nicht

Johannes

in der DIN, aber in der Literatur.

Johannes

Das heißen dann Programm oder Vorhaben oder

Johannes

solche Dinge.

Johannes

Aber ich meine,

Jochen

ergibt sich das nicht quasi so relativ

Jochen

zwangsläufig aus? Also wenn ich mir jetzt so

Jochen

vorstelle, also oder

Jochen

ich kenne das halt aus dieser ganzen

Jochen

Agile

Jochen

Welt halt sozusagen, es gibt

Jochen

so ein magisches Dreieck irgendwie

Jochen

an Ressourcen, die begrenzt

Jochen

sind und die man halt

Jochen

sozusagen nicht unabhängig voneinander

Jochen

irgendwie verändern kann.

Jochen

Das ist halt Zeit,

Jochen

irgendwie Geld, das man dafür ausgibt

Jochen

und halt

Jochen

irgendwie

Jochen

na, was war das dritte?

Jochen

Qualität. Ach ja, die wird immer so,

Jochen

die vergesse ich auch manchmal.

Christian

Es gibt manchmal auch noch einen vierten davon.

Christian

Funktionsumfang.

Christian

Genau, genau. Und

Jochen

das Problem ist jetzt sozusagen, dass

Jochen

zwei von den Dingern eigentlich

Jochen

nicht so richtig optional sind, also die Qualität will man

Jochen

eigentlich nicht offern oder die Features

Jochen

und Geld

Jochen

will man jetzt auch nicht

Jochen

beliebig da rumliegen, dann bleibt

Jochen

ja eigentlich nur die Zeit, die variabel sein kann

Jochen

und die wird es dann halt auch irgendwie

Jochen

immer, sodass es halt

Jochen

gestern

Jochen

Ja, aber das ist doch

Johannes

die Aufgabe des Projektmanagers, dafür zu sorgen,

Johannes

dass es gestern fertig ist.

Johannes

Ja, aber das ist halt auch wieder spannend, also es gibt

Dominik

ja verschiedene Perspektiven, die ihr jetzt genannt habt, es gibt

Dominik

halt die Perspektive von

Dominik

dem Kunden beispielsweise, der jetzt

Dominik

ein ganzes großes Projekt

Dominik

da hat und dann da Pivots machen möchte

Dominik

und wenn er dafür Menschen beauftragt,

Dominik

die haben dann vielleicht ein kleines Projekt in diesem

Dominik

Projekt drin. Das heißt, aus deren Perspektive

Dominik

ist das nur ihr eigenes Abgeschlossenungsprojekt,

Dominik

wenn dann ihre Aufgabe nach zwei Monaten

Dominik

erledigt ist oder so. Obwohl das nur ein

Dominik

Baustein in dem großen Projekt des anderen war. Und das ist

Dominik

halt wieder diese Verschachtelung von den einzelnen Projektebenen.

Dominik

Und die Frage ist, wie man das halt vernünftig

Dominik

hinbekommt, dass man das so organisiert,

Dominik

dass man einzelne, ich weiß nicht,

Dominik

Arbeitspakete hat. Ich weiß nicht, ob ein

Dominik

Arbeitspaket ein geeignetes Maß ist, um

Dominik

ein Projekt zu managen oder

Dominik

gibt es überhaupt Metriken? Ist das wichtig, dass man

Dominik

irgendwas messen kann oder geht es um den Erfolg?

Dominik

Also was ich spannend finde,

Christian

was ich bei uns halt beobachte,

Christian

von der Granularität her,

Christian

wir versuchen immer,

Christian

das geht ja auch in die Frage von, wie kann man

Christian

solche Sachen verschriftlichen, welche Tools nimmt man dafür?

Christian

Wir schreiben gern

Christian

ganz viele Sachen in Tickets rein und uns ist

Christian

es wichtig, dass wir ein

Christian

System haben, wo alles,

Christian

was irgendwie die Firma berührt, in Tickets

Christian

landet, damit ich es halt auch ein bisschen

Christian

kreuzreferenzieren kann, etc. Und da ist

Christian

tatsächlich für uns immer wieder dieses Thema,

Christian

weil wir ja eher auch so ongoing

Christian

als direkt projektorientiert sind. Ich würde

Christian

auch sagen, wir haben manchmal so Projekte, wo wir sagen,

Christian

jetzt hat es hier irgendwie einen abgeschlossenen

Christian

Fokus, wo wir mal für zwei, drei Monate

Christian

versuchen, wie das, die sieben Sachen zusammen

Christian

zu bündeln und einmal durchzuprügeln,

Christian

um sie dann auch

Christian

wieder loszuwerden und sagen, jetzt brauche

Christian

ich mich nicht mehr darum zu kümmern, jetzt denkt da

Christian

keiner mehr drüber nach. Jetzt haben wir gerade zum Beispiel

Christian

das Netzwerk einmal bei uns saniert

Christian

und dann war das halt mal für drei Monate was,

Christian

was stärker im Fokus war und was

Christian

eine ganze Reihe von zusammenhängenden

Christian

Aufgaben hatte. Und

Christian

da finde ich es zum Beispiel spannend,

Christian

für mich gibt es

Christian

so eine Balance und ich habe keine Ahnung,

Christian

was eine gute Antwort ist, dass wir auf der einen Seite

Christian

Unmengen Tickets generieren und für die

Christian

Leute in so einem Team,

Christian

in einer Firma, hat das ganz unterschiedliches

Christian

Gewicht, ob da jetzt zum Beispiel

Christian

5.000 Tickets rumliegen, um die sich nie wieder

Christian

einer kümmern wird,

Christian

da denke ich mir so, das ist überhaupt kein Problem,

Christian

die machen wir einfach alle zu, als, ja,

Christian

haben wir erfasst, steht da drinnen, wenn man

Christian

mal irgendwann nochmal danach suchen möchte

Christian

von, sagen wir, haben wir schon mal nachgedacht

Christian

über XYZ, dann sieht man, ah, guck mal, da gab es

Christian

schon mal drei Sachen, warum war denn das, wieso,

Christian

weshalb, warum, versus andere,

Christian

die dann gegebenenfalls denken,

Christian

jetzt kommt hier ein Ticket rein, fuck, das muss irgendwie

Christian

abgearbeitet werden.

Dominik

Ja, aufgeräumtes Backlog oder

Dominik

Stress. Das macht dann halt

Christian

Stress und auch Backlog ist tatsächlich so,

Christian

Da neigen wir gerade eher dazu zu sagen, also alles, was nicht freiwillig sozusagen bei jemandem innerhalb von zwei Wochen auf dem Tisch landet,

Christian

kannst du halt im Prinzip auch gleich zumachen, weglegen, aber vernünftig ein bisschen mit Metadaten versehen.

Christian

So zu welchem Bereich gehört denn das so grob? Was hat denn das noch für zwei, drei Tags oder so?

Christian

Und dann kann man, wenn man dann mal auf die Suche geht von so, okay, was haben wir denn im letzten Jahr für Notizen uns gemacht zum Thema XY?

Christian

Weil da wollen wir jetzt nochmal rangehen, dann kann man die dann wieder rausholen.

Christian

aber du musst sie nicht ständig pflegen und machen

Christian

und tun und

Christian

das hilft halt den Leuten auch dann, wenn jemand dir sagt,

Christian

ja komm, mach einfach Tickets, immer her damit, immer her damit,

Christian

immer her damit, dann hast du so ein bisschen organisationales

Christian

Wissen halt auch an der Stelle, ja.

Dominik

Wie macht ihr denn Tickets, wenn ihr gerade so bei

Dominik

Tickets sind mit Python oder

Dominik

Macht ihr Tickets

Dominik

für wirklich alles? Macht ihr Tickets auch für,

Dominik

keine Ahnung, Kaffeemaschine ist kaputt oder für

Dominik

keine Ahnung, Kunde

Dominik

muss gefunden werden?

Dominik

Ja, ja,

Christian

genau. Also das kommt immer

Christian

darauf an, wer das halt macht.

Christian

Wenn die Kaffeemaschine, da muss ich

Christian

gerade überlegen, es kann sein, dass

Christian

meine Kollegin, die dafür zuständig wäre,

Christian

sich da ein Ticket macht, um sich zu erinnern,

Christian

weil das halt auch in Summe den

Christian

Alltags-Arbeitsorganisationsflow abbildet.

Christian

Weil halt

Christian

jedes Team halt so seine Flowboards

Christian

auch hat mit, was liegt denn hier

Christian

irgendwie gerade im Team eigentlich so alles an und dann

Christian

willst du halt auch sehen, ständig mal eine Kaffeemaschine machen,

Christian

dies und jenes.

Christian

Und auf der anderen

Christian

Seite habe ich aber halt auch häufiger mal Sachen,

Christian

weil auch ein Ticketsystem relativ schwergewichtig ist,

Christian

habe ich so meine eigenen kleinen To-Do-Listen

Christian

noch, wo ich dann irgendwann sage, jetzt schleife ich das ja

Christian

ewig rum, jetzt ist es mal wieder zu viel geworden,

Christian

jetzt mache ich da irgendwie Tickets draus, damit ich es wieder auch

Christian

anderen Leuten im Team geben kann.

Christian

Okay.

Johannes

Es ist spannend, dass ihr alles über Tickets macht.

Johannes

Ja,

Johannes

aber ich kann das total verstehen, dass das für

Johannes

unterschiedliche Leute eine total unterschiedliche

Johannes

Bedeutung hat. Ich kann aber auch

Johannes

verstehen, dass es Leute gibt oder dass es vielleicht

Johannes

Positionen gibt, die damit überhaupt nicht klarkommen,

Johannes

weil die eben

Johannes

nicht so einzelne

Johannes

Arbeitspakete haben, sondern weil die

Johannes

vielleicht eher eventgesteuert sind oder weil die

Johannes

eher dauerhafte Aufgaben haben.

Johannes

Also das

Johannes

klassische Beispiel ist halt ein Callcenter-Mitarbeiter,

Johannes

der

Johannes

wartet halt auf einen Anruf,

Johannes

der kann keine Tickets bearbeiten,

Johannes

um es mal sozusagen, bis ihn jemand anruft

Johannes

und da hilft es auch nichts, wenn er

Johannes

zehn Tickets auf seinem Tisch hat, weil er halt

Johannes

auf

Johannes

dieses Event warten muss.

Johannes

Umgekehrt gibt es natürlich so Sachen, die ongoing

Johannes

Ja, dass du halt, du musst halt jeden Tag, keine Ahnung, die Post abholen und du musst jeden Tag die Rechnungen verschicken und du musst jeden Tag die Eingänge prüfen, was weiß ich. Und dafür Tickets zu haben, stelle ich mir auch schwierig vor. Also diese Ticketsachen passen schon eher zu dem, was man so als Softwareentwickler halt macht, dass man was macht.

Christian

Ja, das kommt total drauf an, weil wir haben im letzten Jahr eine ISO 27000 gemacht und da musst du relativ viele Prozesse auch zumindest so formalisieren, dass du halt nachweisen kannst, dass Sachen, die passieren sollen, auch passiert sind.

Christian

Wenn du dann eh schon ein Ticketsystem hast, wir haben jetzt bei uns so eine Kombi, da kann man in dem, wir haben so ein Media-Wiki für die Dokumentation, für die Prozessdokumentation und dann kannst du in einer Wiki-Seite so ein kleines Template anlegen.

Christian

Das komische Media-Wiki generierte da auch gleich so richtig Formulare für. Und jetzt kann man bei uns auf einer Wiki-Seite sagen, zu diesem Prozess gehört es, dass einmal im Quartal jemand irgendwie nachguckt, ob im One-Pass-Wort irgendwie die richtigen Leute drin sind oder noch Leichen rumfliegen oder irgendwie sowas.

Christian

Und dann gibt es tatsächlich einen Cron-Job, der aus diesen Daten dann die Tickets generiert zum richtigen Zeitpunkt und du kannst sozusagen so Wiedervorlage-Tickets in der Prozessdefinition hinterlegen und das ist dann auch so ein Mittelweg zwischen, ja, also alles, was man täglich machen muss, das brauchst du, glaube ich, nicht in Tickets nachweisen, aber wenn es dann plötzlich auf alle zwei Wochen, vier Wochen, acht Wochen geht, dann willst du dir vielleicht schon eher Erinnerungen machen können.

Johannes

Ja, aber dann ist es ja wirklich eher erstmal so ein To-Do-Item, also sowas ganz leichtgewichtiges. Es gibt ja auch Tickets, wo du acht Wochen brauchst und ein Team von zehn Leuten zu bearbeiten. Und da diese Spanne, finde ich auch was ganz Spannendes. Das ist auch das, was der Dominik eben angesprochen hat.

Johannes

Und das ist so im Wesentlichen die Kernfrage von Projektmanagement. Wie groß sind die Projekte, die man macht? Sind die ganz klein? Sind die eine Woche lang eine Person? Oder sind die ganz groß? Vier Jahre und ein Team von 150 Leuten. Und wie dröseln wir das dann auf, wer was an welcher Stelle in welchem Projekt macht?

Jochen

Ja, da würde ich sagen, erfahrungsgemäß sind die eher groß. Also die Sachen, die irgendwie dann einzelner Entwickler macht oder so, die sind ja dann meistens, aber die nennt man dann ja nicht Projekt, sondern das ist dann halt irgendwie ein Task oder eine User Story.

Johannes

Definitionsgemäß sind es natürlich schon auch Projekte.

Johannes

Ja gut, okay, aber

Jochen

die gehören immer zu irgendeinem, also es

Jochen

gibt immer meistens eine Projektnummer, auf die das dann

Jochen

irgendwie gebucht wird oder so und diese Projektnummern

Jochen

sind, die sind sozusagen, ich weiß nicht,

Jochen

die werden irgendwie mal beim Urknall erzeugt

Jochen

worden sein und die sind halt ewig, die verändern sich auch nicht.

Jochen

Hinterher bucht man auch ganz andere Projekte

Jochen

auf alte Projekte.

Jochen

Ein Projekt ist einfach nur eine Kostenstelle.

Johannes

Ja, wir haben halt die Herren S, A und P

Johannes

irgendwann mal erzeugt.

Johannes

Da geht es ja dann wieder tatsächlich noch

Johannes

in den anderen Bereich rein, dass

Johannes

Projekte auch ein Kommunikationsmittel sind

Johannes

und auch eine gewisse

Johannes

vertragliche Vereinbarung enthalten

Johannes

können, weil Projekte eben

Johannes

ein Mittel sind, wie man mit einem Kunden kommunizieren

Johannes

kann. Du sagst, okay, wir machen

Johannes

jetzt erstmal ein Projekt und dann hat das

Johannes

eine gewisse Schwere. Das ist nicht

Johannes

was, was du einfach so machst, sondern wir machen

Johannes

mal ein Projekt und das hat gewisse Komponenten, die

Johannes

da sein müssen, weil

Johannes

du den zeitlichen Rahmen festlegen musst, weil du

Johannes

die Ressourcen festlegen musst, weil

Johannes

du das Ziel festlegen musst.

Dominik

Ja, aber dafür braucht man ja schon die ganzen Informationen,

Dominik

die man vielleicht ja noch gar nicht hat.

Dominik

Das heißt, was man da irgendwie machen muss,

Dominik

ist irgendwie so eine Pi-mal-Daumen-Schätzung

Dominik

oder die mehr oder weniger valide Schätzung abzugeben.

Dominik

Ja, klar.

Dominik

Aber das ist ja nicht möglich bei unbekannten Dingen.

Dominik

Also das geht ja nur dann, wenn man sowas schon mal kennt.

Dominik

Ja gut, du hast halt ein Projekt,

Dominik

was eventuell sein Ziel nicht erreicht

Johannes

oder was verlängert werden muss oder was über Budget geht.

Johannes

Aber das haben wir ja, glaube ich, alle schon mal erlebt.

Johannes

Passt man die Sachen halt an.

Johannes

Also immer.

Dominik

Aber es ist eigentlich ein gutes Feuerstein.

Christian

Ja, also da merke ich auch, da versuche ich eher anders an die Sachen heranzugehen. Wir haben so ein bisschen den Vorteil, dass wir typischerweise eben aus dieser operativen Sicht kommen, wo eh alles ein ongoing concern ist im Prinzip. Und wo man halt auch mal sagen kann, so ja, okay, jetzt machen wir hier mal.

Christian

Wir machen praktisch keine Projektarbeit, aber natürlich haben wir das Thema, dass halt bestimmte Innovationen oder bestimmte Änderungen oder bestimmte Weiterentwicklungen halt irgendwie aufgefangen, mit begleitet werden müssen, umgesetzt werden müssen etc.

Christian

Und ich habe aber halt aus dieser Beschäftigung mit den Komplexitätstechniken, so rund um Kinevin etc., komme ich dann halt eher da rein zu sagen, naja, entweder ist das etwas, was wir kennen, dann sehe ich zu, dass das so gut wie möglich automatisiert und operationalisiert wird.

Christian

Dann habe ich aber einen ongoing concern daraus gemacht. Oder es ist was total Unbekanntes und in einer komplexen Welt will ich bei was Unbekanntem mir nicht schon ein Ziel setzen, weil ich damit halt psychologisch das Problem aufmache, dass ich halt unterschätze, wie viel Erkenntnisgewinn ich auf der Reise eigentlich einsammle, um dann zu dem eigentlichen Ziel zu kommen.

Christian

Das ist, glaube ich, das, was der Dominik sagen wollte, oder?

Dominik

Ja, also ihr müsst vielleicht erstmal nochmal die ganzen kleinen Sachen definieren, die unsere Hörer vielleicht gar nicht kennen.

Dominik

Zum Beispiel, was ist denn Kinevin?

Christian

Kinevin ist ein Ansatz von einem walisischen Professor namens Dave Snowden, nicht verwandt mit Edward Snowden.

Christian

Und der beschäftigt sich so seit den 80ern mit Knowledge Management, war lange bei der IBM und hat, beschäftigt sich mit komplexen Systemen, auch komplex-adaptiven Systemen genannt.

Christian

Und schreiben, geschrieben wird Knaven mit C-Y-N-E-F-I-N.

Christian

Die Beliezer haben sehr lustige Ausspracheregeln, deswegen kommt da dann am Ende Knaven raus.

Christian

Und da geht es zum Beispiel darum, dass man halt multimodale Entscheidungssysteme braucht.

Christian

dass du halt in der Lage sein musst zu sagen, ja, für bestimmte Arten von Problemen muss ich halt unterschiedliche Lösungsstrategien angehen können und gleichzeitig ist es auch nicht so, dass ein bestimmtes Problem absolut betrachtet einer bestimmten Komplexitätsklasse zuzuordnen ist, sondern die Frage ist mehr, kann ich mir unterschiedliche Perspektiven ranziehen, also er hat solche Sachen wie ungeordnete und geordnete Systeme, komplexe Systeme, wo ich retrospektiv erklären kann, wie die Zusammenhänge hier eigentlich sind

Christian

Oder chaotische Systeme, wo ich auch retrospektiv nicht mehr sagen kann, wie es eigentlich dazu gekommen ist. Oder geordneten Systemen, wo ich halt einen Experten, einen Ingenieur dransetzen kann, dem das Problem schüttere, der dekliniert das durch und sagt mir, die Antwort ist X. Oder halt eher bürokratische, einfache geordnete Systeme, wo ich halt sage, okay, wenn der Herr einen Ausweis will, dann müssen wir hier halt das Verfahren X abarbeiten und dann kommt da hinten ein Ausweis raus.

Christian

Und was da spannend dran ist, ist halt das nicht ontologisch zu betrachten von, ja ist ein Problem jetzt einer dieser Domänen zuzuordnen, sondern die Frage ist, was lerne ich über ein Problem, wenn ich es aus einer dieser Brillen halt betrachte, um es dann gegebenenfalls zu zerteilen und zu fragen, was in diesem Problem wäre denn etwas, was man mit Expertenwissen erschlagen kann, wo sich jetzt einer mal mit einer Timebox eine Woche Zeit nimmt und sagt, so, dekliniert das mal durch, habe ich danach eine Lösung, sehr gut.

Christian

Oder ist die Frage, ist es komplex, müssen wir im Prinzip erst anfangen, mit dem Ding ein bisschen zu spielen, um was drüber zu lernen, um dann zu gucken, ob wir es weiter zergliedern können, um zu wissen, aha, hier geht es in die richtige Richtung, hier geht es in die falsche Richtung oder brennt mir hier gerade irgendwie alles ab und ich muss erst mal draufhauen und danach fragen.

Christian

Und das sind Ansätze, wo ich merke, die gehen so weit weg von einem im klassischen Projektmanagement stark bürokratieorientierten Ansatz. Also ich bin zur Uni gegangen, das war 2001 bis 2003, da sind wir noch mit diesen klassischen Wasserfallmodellen konfrontiert worden, während wir gleichzeitig, gleichzeitig kam 2001 das Agile Manifesto raus.

Christian

Und als Studenten hatten wir halt dieses Agile Manifesto vor uns, während unsere Profs und irgendwie Function-Point-Schätzungen gaben von, du musst ein Projekt halt in alle möglichen definierbaren Teile zergliedern, die dann entsprechend schätzen und bepreisen. Ja, dann addierst du dir halt auf und dann bist du halt fertig. Und diese Ansätze berücksichtigen ja keinerlei Interaktionen und Erkenntnisgewinne auf der Reise oder wie Dinge halt komisch sich verzweigen.

Christian

Und heute sind wir dummerweise wieder an einem Punkt, ich nenne das dann immer Weaponized Agile, dass man halt eben sagt, agil ist jetzt, wenn eine große Firma sich Scrum einkauft, jedes Team genau den gleichen Arbeitsmodus hat und alle zwei Wochen ihre Tickets abliefert und ich gucke auf das Agile Manifesto und denke mir so, ja Moment, nee, da stand erstmal drauf, dass es um funktionierende Software und ordentliche Zusammenarbeit und dass das Team im Prinzip sich überlegen muss,

Christian

was denn in diesem Projekt jetzt gerade der richtige

Christian

Arbeitsmodus ist und allein schon

Christian

eben dieses Thema, du sagst es ja auch

Christian

das ist jetzt mal ein Task

Christian

oder ein Ticket, da brauchst du 10 Leute für

Christian

8 Wochen, da platzt dir

Christian

ja jeder Scrum Master

Johannes

Haben wir aber alle schon mal gehabt, solche

Johannes

Ja, das ist halt so, wo ist denn das Problem?

Jochen

Ja, gut, ich würde jetzt sagen

Jochen

so aus Agile Perspektive, es ist halt so

Jochen

sowas sollte man sich nicht vornehmen, weil einfach das Risiko

Jochen

dass das schief geht, ist halt zu hoch, kann man das

Jochen

nicht vielleicht irgendwie ein bisschen

Jochen

in Teile aufteilen, aber

Jochen

und das geht ja dann meistens auch

Jochen

irgendwie.

Jochen

Ja, aber ich finde das sehr interessant

Jochen

und ich finde, also möglicherweise

Jochen

ja, eben, was man für Probleme hat,

Jochen

hängt halt unter Umständen auch damit zusammen,

Jochen

eben, ob man jetzt eher Projektgeschäft macht oder

Jochen

eher, ja, irgendwie operative

Jochen

Geschichten, so Produktionen.

Jochen

Ich glaube auch, dass da ein großer,

Jochen

dass da noch ein wichtiger Unterschied ist,

Jochen

den man vielleicht nicht so

Jochen

ja, ansonsten, wenn man das

Jochen

sich jetzt schon auf irgendeine Methodologie

Jochen

einschießt, vielleicht nicht so wahrnimmt, aber

Jochen

der ist, glaube ich, tatsächlich

Jochen

sehr relevant

Jochen

und es geht üblicherweise in eine

Jochen

bestimmte Richtung immer sehr schief,

Jochen

nämlich man hat halt einen Unterschied,

Jochen

wenn ich jetzt zum Beispiel bei Softwareentwicklungen,

Jochen

wenn ich darüber nachdenke,

Jochen

wie funktioniert das, was

Jochen

macht man da eigentlich, im Gegensatz

Jochen

zu, weiß ich jetzt nicht, zum Beispiel

Jochen

irgendwas,

Jochen

man hat ein Fastfood-Franchise-Restaurant,

Jochen

irgendwie sowas.

Jochen

Hast du Hunger?

Jochen

Ein bisschen.

Jochen

Okay.

Jochen

Mal gucken.

Jochen

Ja, Softwareentwicklung hat halt immer auch

Jochen

sowas Exploratives dabei, oder?

Jochen

Man weiß am Anfang noch nicht,

Jochen

wie die Lösung ausschaut.

Jochen

Ja, na ja, sagen wir mal so,

Jochen

die Prinzipien, also wie man das managt,

Jochen

ist halt sozusagen fast umgekehrt.

Jochen

Also bei so einem Fastfood-Franchise würde ich sagen,

Jochen

also man muss Sachen standardisieren,

Jochen

man muss halt zusehen,

Jochen

dass irgendwie keine Fehler

Jochen

passieren, dass man einfach

Jochen

die Fehlerquote kontinuierlich senkt,

Jochen

dass keine Überraschungen passieren, dass alles

Jochen

irgendwie so wie es im Buch steht

Jochen

halt gemacht wird.

Jochen

Man muss halt irgendwie dafür sorgen, dass die Leute irgendwie

Jochen

pünktlich zur Arbeit kommen und

Jochen

dass halt irgendwie die ganzen formalen Geschichten

Jochen

eingehalten werden.

Jochen

Das ist alles total wichtig und

Jochen

keine Experimente. Es gibt irgendwo eine Zentrale,

Jochen

da überlegen die sich vielleicht neue Rezepte oder so,

Jochen

aber irgendwie die Leute

Jochen

im Restaurant sollen halt austauschbar sein

Jochen

und die sollen halt irgendwie funktionieren

Jochen

und das Ganze ist quasi so eine Maschine

Jochen

und die soll halt laufen, damit da irgendwie Cheeseburger

Jochen

rausfallen und die Leute glücklich sind.

Jochen

Ja, aber das löst doch auch nur so ein gewisses

Jochen

Problem, oder? Genau, das löst halt dieses

Jochen

dieses, ja.

Jochen

Ja, aber das Ergebnis davon ist halt

Johannes

ein Fastfood-Hamburger und wenn du einen guten

Johannes

Hamburger essen willst, gehst du nicht zu einem Fastfood-

Johannes

Laden, weil da kriegst du zwar immer

Johannes

den gleichen und auch auf der ganzen Welt überall

Johannes

immer den gleichen, aber du kriegst

Johannes

halt auch immer nur den Fastfood-Burger.

Johannes

Ich glaube auch bei

Johannes

Also was du ja

Christian

beschreibst gerade, ist eben, das ist die Optimierung

Christian

auf Effizienz. Das ist, du willst

Christian

möglichst viel Output mit möglichst wenig Input haben.

Christian

Das ist Effizienz.

Christian

Und Standardisierung.

Christian

Du willst immer den gleichen Output haben.

Christian

Je gleicher der ist, umso besser.

Christian

Ja, genau.

Christian

Du willst halt, du willst auch wenig

Christian

Variationen da drin haben.

Christian

Die

Christian

Seite

Christian

bei der Softwareentwicklung und Explorativen

Christian

ist halt, solange du

Christian

gar nicht weißt, was du tust, musst du

Christian

erst mal an der Wirksamkeit der Lösung arbeiten.

Christian

Du musst erst mal die Effektivität herstellen.

Christian

Du musst erst mal fragen, tue ich hier eigentlich das Richtige?

Christian

Und ich meine, das

Christian

willst du halt auch nicht. Das ist jetzt philosophisch

Christian

abstrus. Ich muss sehr an die Simpsons denken.

Christian

Irgendwie da den einen Jugendlichen,

Christian

der immer beim Hamburger

Christian

du willst nicht, dass der sich die Frage stellt, ob er hier

Christian

gerade das Richtige tut.

Christian

Das willst du halt

Christian

nicht. Der kommt nachher auf die Idee, seinen

Christian

Lebenssinn irgendwie in Frage zu stellen. Das wäre

Christian

für den Output der Burger jetzt eher

Christian

schwierig. Nachher sagt

Christian

er, ich will gar nicht arbeiten.

Johannes

Ich würde sogar fast noch einen Schritt weiter gehen

Johannes

und sagen, bei Software weißt du am Anfang

Johannes

oft gar nicht, was das Ergebnis sein soll.

Johannes

Genau.

Johannes

Solange du nicht weißt, was du für einen Burger

Johannes

haben willst, kannst du auch keinen Prozess machen,

Johannes

diesen Burger herzustellen.

Christian

Und Achtung, natürlich gibt es da einen Zwischenton

Christian

im Sinne von, wenn du mit deinem Handwerkszeug

Christian

effizient

Christian

umgehen kannst, im Kleinen,

Christian

im Sinne von, wie schreibe ich Code und wie

Christian

strukturieren wir eine Softwarebasis,

Christian

etc., dann kannst

Christian

du natürlich kostengünstiger

Christian

mehr explorativ machen,

Christian

als wenn du die ganze Zeit nur dabei bist, irgendwie

Christian

dagegen, also wer nicht zehn Finger schreiben kann,

Christian

nicht jeder muss

Christian

zehn Finger schreiben können, aber

Christian

wer halt, wer Schwierigkeiten

Christian

hat, eine gewisse Menge Code effektiv

Christian

und effizient ins System reinzukriegen,

Christian

der kann halt nur schwierig experimentieren,

Christian

weil es halt sehr teuer ist,

Christian

halt mal vorwärts, rückwärts, links, rechts und

Christian

Da ist aber auch tatsächlich diese klassische Projektmethodologie drin, du willst die Fehler während des Prozesses minimieren, weil die nach hinten heraus explodieren, während wenn du sagst, naja, es ist für mich leicht, schnell viel Code zu produzieren, zu testen, anzugucken und darüber nachzudenken und dann die nächste Iteration reinzugehen, dann brauche ich nicht von vorne nach hinten alles ausdefiniert haben, sondern kann es mir leisten, zu sagen, Code ist auf eine gewisse Art ein lebendes Gespräch mit einem komplexen System,

Christian

um zu sagen, was passiert denn hier,

Christian

wenn ich jetzt diese Menge von Code reinstreue.

Christian

Daraus entstehen neue Ideen.

Christian

Und dann kommst du dahin zu sagen,

Christian

und das ist das, wo ich dann wieder andocke mit,

Christian

das ist diese Softwareentwicklung als Ongoing-Concern

Christian

eines Produktmanagements.

Christian

Dann willst du aus so einer Kombination aus,

Christian

da gibt es Leute, die haben halt ein Business-Anliegen,

Christian

da gibt es Leute, die können Software entwickeln,

Christian

da gibt es Leute, die betreuen sowas operativ.

Christian

Und aus denen willst du einen andauernd laufenden

Christian

Co-Creation-Prozess bauen,

Christian

Wo jeder im Prozess die Möglichkeit hat, Erkenntnisse einzufüttern, um dieses, was tun wir hier eigentlich, weiterzuentwickeln und anzufüttern. Und nicht nur dieses, ja, haben jetzt alle ihre Aufgaben gemacht, dann ist jetzt das Projekt vorbei, dann brauchen wir es jetzt für fünf Jahre nicht anfassen und das läuft jetzt hier vor sich hin.

Dominik

Ein Co-Creation-Prozess, das ist schön.

Christian

Ja, das ist halt, wenn man mal versucht, irgendwie dieses blöde Thema Digitalisierung mit irgendwas sinnvoll zu unterfüttern, dann finde ich, ist gerade so ein Begriff wie Co-Creation das, wo man tatsächlich Wert schöpfen kann, wo du wirklich sagen kannst, was ist jetzt an Softwareentwicklung, außer von, ja, wir haben es jetzt perfektioniert, möglichst schnell Fachanwendungen mit immer den gleich aussehenden Formulareingabefenstern auszukotzen.

Christian

Was kann man da eigentlich besser machen?

Christian

Und besser machen ist eben tatsächlich zu sagen,

Christian

naja, du willst in den Alltag rein, bis zum Nutzer,

Christian

diese Konversation mit dem komplexen System von

Christian

was tun wir hier eigentlich und was geht eigentlich unterfüttern.

Christian

In Knevin, in dieser komplexen, heißt es unarticulated needs,

Christian

weil du halt das Problem hast, dass die Leute, die das Zeug einsetzen,

Christian

die verstehen heutzutage nicht, was kannst du eigentlich alles bauen

Christian

und du kannst nicht kommunizieren,

Christian

was in ihrer Domäne jetzt vielleicht sinnvoll wäre zu bauen.

Christian

Das heißt, du musst auf eine gemeinsame Reise gehen,

Christian

um eine Sprache zu entwickeln,

Christian

um tatsächlich im täglichen Dienstag früh um sieben,

Christian

mein Patient ist komisch ausgerutscht,

Christian

weil das Programm mir gestern vergessen hat,

Christian

auf eine sinnvolle Art zu sagen,

Christian

dass da bitte eine Mathe hinzulegen ist.

Christian

Diese Schleifen brauchst du halt nicht am grünen Tisch

Christian

irgendwie von irgendeinem Produktmanager.

Christian

Du brauchst diese Schleife tatsächlich zwischen

Christian

bis zu da ist der

Christian

Patient hingefallen, weil XYZ.

Christian

Und diese Informationen ordentlich

Christian

durch die Gegend zu leiten, ist tatsächlich

Christian

auf einer ganz anderen Ebene, als was man klassischerweise

Christian

unter Projektmanagement verstehen würde.

Christian

Das ist jetzt aber schon ein sehr agiler Ansatz,

Johannes

dass du den Kunden direkt in das Projekt

Johannes

einbettest, dass du erstmal den Kunden beobachtest

Johannes

und dass du das immer in kleinen Schritten

Johannes

machst.

Jochen

Aber nochmal ganz kurz, um das mit dem Produktions...

Jochen

Also ich fand, genau, finde ich alles

Jochen

richtig. Ich würde jetzt nur sagen, was ich

Jochen

oft sehe, was Leute tatsächlich, wo ich auch

Jochen

denke, dass es läuft einfach immer oder oft

Jochen

schief, ist halt, dass

Jochen

wenn ich jetzt so ein Projekt habe, wo eigentlich

Jochen

all diese schönen Sachen gemacht werden sollten,

Jochen

wie wird das

Jochen

oft in Firmen gemanagt? Dann wird es so gemanagt, als

Jochen

wäre das ein Burger-Franchise.

Jochen

Und das ist eigentlich

Jochen

fast genau falschrum, weil

Jochen

eigentlich müsstest du

Jochen

sozusagen, wenn

Jochen

du nicht weißt, also wenn du all diese

Jochen

komplexen Probleme hast, musst du eigentlich zum Beispiel

Jochen

eben experimentieren, eigentlich

Jochen

sozusagen mehr vorantreiben

Jochen

als verhindern. Du musst halt irgendwie

Jochen

sagen, okay, naja, Fehler können halt passieren.

Jochen

Es kann sein, dass man mal eine Zeit lang in eine falsche Richtung läuft.

Jochen

Da muss man sich halt umdrehen und in eine andere Richtung laufen.

Jochen

Was man aber tatsächlich oft sieht, ist

Jochen

halt sehr defensives Management an der Stelle.

Jochen

Zum Beispiel, also

Jochen

alle sagen immer, dass Fehler gut sind und dass es kein Problem ist

Jochen

und dass man daraus lernen kann und anders gar nicht lernen kann

Jochen

und so. Also Lippenbekenntnisse hört man oft.

Jochen

Aber was man auch in den

Jochen

meisten, also ganz oft, was ich da

Jochen

höre, ist immer sowas wie

Jochen

ja, wenn man zum Beispiel jetzt sieht

Jochen

in einem Projekt irgendwie, das ist so ein bisschen in der Sackgasse

Jochen

gelaufen, ja, und dann sieht man das so als zum Beispiel

Jochen

jemand, der so extern dazukommt und denkt sich so

Jochen

hm, also da geht's irgendwie nicht weiter

Jochen

und dann spricht man das an und dann

Jochen

oft erst so informell und dann kriegt man

Jochen

halt so, ja, ja, das wissen wir ja alles,

Jochen

aber das geht jetzt halt nicht anders

Jochen

und das läuft schon so lange und das, machen wir

Jochen

das lieber schrittweise, machen wir lieber Tickets und so

Jochen

und dann denkst du, ja, aber wo soll das hinführen, das geht

Jochen

nirgendwo hin, das ist, das ist

Jochen

Das geht ins Ticketgraben.

Jochen

Ja, da haben wir mit dem Kunden nicht genug gesprochen.

Johannes

Das ist schon freigegeben, du hast schon die Freigabe,

Johannes

dann musst du das auch machen.

Jochen

Ja, aber genau, und dann kann man

Jochen

das vielleicht, ja, das ist halt

Jochen

dann aber nicht mehr, wenn das nicht geht,

Jochen

oder wenn einem die Leute sagen,

Jochen

wenn man dann sagt, okay, probieren wir das einmal,

Jochen

nee, das ist politisch nicht durchsetzbar,

Jochen

dann weiß man, okay, hier sind Fehler

Jochen

nicht so richtig erwünscht, weil jetzt, da haben alle

Jochen

schon gelernt, wenn man jetzt sagt, okay, das war

Jochen

ein Fehler, wir machen es jetzt anders, dann ist das

Jochen

politisch keine gute Idee, weil

Jochen

Fehler wohl offenbar doch keine so gute Idee sind.

Jochen

Und wenn man jetzt Leute, also

Jochen

man könnte zum Beispiel Leute

Jochen

fragen, was war eigentlich die letzte

Jochen

fiese Architektur-Fehlentscheidung,

Jochen

die so passiert ist? Und wenn

Jochen

Leute sagen, ist nie passiert, oder Projekt,

Jochen

das eine Sackgasse ist, wo man mal, wenn Leute

Jochen

sagen, sowas passiert nicht, nie,

Jochen

dann ist das zu wenig, weil das ist nicht optimal.

Jochen

Also optimal wäre durchaus, ab und zu sich

Jochen

zu irren und irgendwie

Jochen

mal eine Sackgasse zu laufen und

Jochen

dann halt wieder umzudrehen. Also

Jochen

ja, das ist halt

Johannes

Das kommt vielleicht auch alles so ein bisschen aus dieser

Johannes

Welt, die der Tony vorhin schon

Johannes

angesprochen hat, dass

Johannes

ganz viel noch Waterfall

Johannes

gematcht wird. Und das geht

Jochen

halt nicht. Es ist in den Köpfen irgendwie drin, ja.

Jochen

Ein agiler Wasserfall.

Johannes

Übrigens, dieses

Johannes

Waterfall-Modell, das ist definiert worden

Johannes

von Royce Winston,

Johannes

ist schon ganz lange her.

Johannes

Ich würde euch die Jahreszahl sagen, aber ich finde

Johannes

sie gerade nicht.

Johannes

Und war eigentlich als Negativbeispiel gedacht.

Johannes

war eigentlich gedacht als Beispiel von

Johannes

so geht Software-Management nicht, so kann man

Johannes

Projekte nicht managen. Nur leider hat

Johannes

nie jemand... Dann machen wir das jetzt so.

Johannes

Es hat nie jemand über die erste Seite

Johannes

hinausgelesen und nur dieses erste

Johannes

Diagramm ist das, was man immer sieht.

Johannes

Auch in diesem ersten Paper steht

Johannes

schon drin, als eine von den Sachen

Johannes

involve the customer, also sprich mit

Johannes

den Leuten, die das dann benutzen sollen

Johannes

und benutzen müssen, weil nur die wissen, was

Johannes

da

Johannes

Anforderungen tatsächlich drin ist. Nur die

Johannes

wissen, was die tatsächlich brauchen. Das erste wäre

Dominik

mal einen Kunden zu finden. Einige Leute

Dominik

fragen dann irgendwelche Leute, wo sie denken, dass es ihre Kunden sind,

Dominik

aber gar nicht und die erzählen dann irgendwelchen Unsinn.

Dominik

Ja gut, aber da kannst du mit Projektmanagement

Johannes

nichts dagegen tun, dass du Fehler auf einer anderen

Johannes

Ebene hast. Ja, wobei

Christian

das Problem ist, das zu merken kann schwierig sein.

Christian

Also ich würde gerne ein paar

Christian

Stellen dort andocken, aber da gibt es eine Anekdote,

Christian

wo wir auch genau dieses Thema hatten,

Christian

so um 2002, 2003 rum,

Christian

Agile und Kunden mit einbeziehen und Customer

Christian

On-Site, ja, den Kunden mit ins

Christian

Team holen, haben wir dann gemacht.

Christian

Was macht der Kunde?

Christian

hat uns jemand geschickt und der war dann auch später

Christian

immer wieder im Freigang.

Christian

Und dann haben wir irgendwann, das hat lange gedauert, bis wir es

Christian

gemerkt haben, weil auch wir die Erfahrung an der Stelle noch nicht

Christian

hatten, der hat halt irgendeinen

Christian

billigen Mitarbeiter geschickt,

Christian

also irgendeinen Praktikanten.

Christian

Der war halt entbehrlich.

Christian

Der durfte aber nichts entscheiden.

Christian

Das heißt, der hat sich auch bloß immer umgedreht und hat mit

Christian

zu Hause telefoniert, wollte aber natürlich auch ein bisschen

Christian

eingebunden sein. Und ich habe

Christian

irgendwann tatsächlich realisiert,

Christian

der hat uns immer so ein paar SQL-Querys geschickt

Christian

für Sachen, wo er gerne noch Auswertungen für hätte.

Christian

Und

Christian

das lief immer nicht sauber.

Christian

Da hat immer irgendwas in der Syntax gehakelt,

Christian

etc., etc., etc. Irgendwann kam er an

Christian

und sagt, so, die Änderung vom letzten Mal habe ich dir rot markiert.

Christian

So.

Christian

Und dann ist der Groschen gefallen,

Christian

der hat die nie ausgeführt.

Christian

Der hat nur bei sich am Rechner gesessen

Christian

und in seinem Word

Christian

SQL-Querys runtergeschrieben,

Christian

die er mir dann geschickt hat,

Christian

nur damit ich dann feststelle,

Christian

ja, das geht ja vorne und hinten nicht. Und als er dann meinte

Christian

rot markiert, hat er tatsächlich dann halt angefangen

Christian

das Word-Change-Tracking

Christian

zu nutzen um mir

Christian

um, also im Prinzip war ich

Christian

Du warst quasi der Compiler. Ich war sein

Christian

Word-E-Mail-basierter

Christian

Postgres-Interpreter

Christian

der dann immer zurück mit den Fehlermeldungen

Christian

von der Postgres-Trail kam.

Christian

Das war halt so eine völlig

Christian

bis man das auch merkt, dass dieses Customer-On-Set

Christian

da völlig daneben gelaufen ist, hat gedauert.

Johannes

Man darf auch auf die Kunden nicht zu viel hören, das ist auch so ein Problem, was man heutzutage manchmal hat, weil die Kunden oder die Benutzer oft ganz verrückte Vorstellungen haben.

Johannes

Wie du genau vorhast, dass die Kunden nicht wissen, was man bauen kann.

Johannes

Und das heißt, entweder sagen sie, ja, es wäre schon gut, wenn man hier Text eingeben könnte und dann denkst du, ja, das konnte man 1970 schon.

Johannes

Andererseits kommen sie dann und sagen, ja, aber der muss doch erkennen, dass da eine, welche Person da auf dem Field ist und du denkst dir, ja gut, Google kann das, aber wir können das ja nicht.

Dominik

Welcher ist denn der Mensch, der das so entscheidet? Ist das der UX-Mensch, der das kann? Diese Sprache sprechen mit, wer der Kunde ist und was der eigentlich will?

Johannes

Es muss auf jeden Fall so eine Rolle geben,

Johannes

der diese Sprachen spricht und das ist

Johannes

ein Zeichen von

Johannes

erfolgreichem

Johannes

Projektmanagement und erfolgreicher Softwareentwicklung,

Johannes

dass es so eine

Johannes

nicht eine übergeordnete, so eine

Johannes

vermittelnde Rolle gibt, der sowohl

Johannes

mit der Softwareentwicklungsseite

Johannes

sprechen kann, als auch mit der Kundenseite.

Johannes

Also idealerweise bräuchte

Johannes

man in jedem Projekt einen, der

Johannes

zum Kunden

Johannes

gehört, aber in seiner Freizeit Open Source

Johannes

Software entwickelt, weil

Johannes

der diese Brücke schlagen

Johannes

kann. Nur so jemanden gibt es halt

Johannes

oft nicht. Und dann denkt sich das jemand aus

Johannes

und wenn das jemand ist, der

Johannes

zu wenig Empathie hat, dann

Johannes

denkt er sich halt aus, dass die Leute

Johannes

das nicht wissen müssen, was sie müssen.

Johannes

Und dann kriegst du so

Johannes

Projekte, die irgendwo hinlaufen, die

Johannes

irgendwas herstellen, was dann keiner haben möchte.

Johannes

Und tatsächlich, also

Christian

diese Art von Übersetzung ist,

Christian

ich würde nochmal andocken wollen,

Christian

weil mir fällt tatsächlich auf, das habe ich

Christian

gar nicht gedacht, eine Vorbereitung, dass mir

Christian

jetzt die ganzen

Christian

Komplexitätsbasierten Ansätze da alle reinlaufen.

Christian

Typisches Frequenzmanagement-Problem.

Christian

Ja, ja. Es ist halt

Christian

dummerweise auch mein Steckenpferd und das Dokumentar halt

Christian

überall an. Das eine ist

Christian

das Thema Fehlerkultur, da bin ich

Christian

dort auch nochmal auf den Trichter gekommen.

Christian

Es wird

Christian

dort auch bezeichnet, dass wenn du in einer komplexen

Christian

Welt bist, wo du halt die Interaktion nicht vorhersehen kannst,

Christian

musst du parallele

Christian

Experimente machen. Das Spannende ist

Christian

tatsächlich zeitlich parallel. Ist das so

Dominik

A-B-Testing oder was kann man das so kurz sagen?

Dominik

Ja, noch nicht mal.

Christian

Du willst ja nicht nur zwei machen, sondern du willst im Prinzip,

Christian

was du machen möchtest, ist, du willst,

Christian

es geht ein bisschen in die Richtung A-B-Testing,

Christian

aber schon vorgeschalten, im Prinzip schon während dem du entwickelst,

Christian

zu gucken, in welche Richtung entwickelt sich was.

Christian

Und du willst dir sozusagen für ein gestelltes Problem,

Christian

wo du die Lösung eben nicht a priori bestimmen kannst,

Christian

sondern eben Softwareentwicklung erst entwickeln musst,

Christian

Willst du dir mehrere Theorien ausdenken, die tatsächlich auch so geartet sind, dass du brauchst immer mindestens drei, lieber fünf bis sieben, wo du weißt, es gibt eine gewisse Menge Widerspruch zwischen den unterschiedlichen Ansätzen, dass also wenn du anfängst sie zu implementieren, nicht alle tatsächlich valid sein können.

Christian

dann hättest du nämlich nichts gelernt und du willst auch machen, dass du bestimmte Ansätze nochmal um die Ecke denkst, da ist es immer hilfreich, wenn man im Team nochmal irgendwie naive Leute hat, also Leute, die noch nicht so lange dabei sind oder Quereinsteiger sind und so und da kommt dann nämlich dieses Thema, diese Experimente, die dann halt auch schon zum Beispiel in einem agilen Projekt, der schon mal nach zwei Wochen ausgerollt werden könnte, sagen können, so, keine Ahnung, wir bauen jetzt hier eine, ich übertreibe, in Richtung Einfachheit,

Christian

Wir bauen eine Zinsberechnungsfunktion und wir implementieren jetzt aber drei verschiedene Varianten, weil wir noch nicht wissen, welche davon jetzt die richtige ist und tatsächlich kannst du sagen, da machst du zum Beispiel A, B, C Testing und das Wichtige ist, die müssen halt fehlerresistent sein, in dem Sinne von, dass du halt vorher dich fragst, was mache ich denn, wenn ein Fehler auftritt?

Christian

Dann kannst du dir solche Strategien zurechtlegen wie, naja, wir machen jetzt ein Monitoring, wenn eine von den Komponenten, eine von den Implementationen erhöhte Fehlerraten hat, dann nehmen wir die halt raus und lassen halt nur noch die anderen antworten und gucken dann, was irgendwie los ist oder was machen wir, wenn eine von denen irgendwie total die tolle Performance hat und macht, dass sie super skaliert, ja okay, dann committen wir uns halt zeitiger auf die.

Christian

Und das Interessante zum Thema Fehler ist halt, auf der einen Seite, du musst es so designen, dass irgendwas davon tatsächlich Fehler wirft. Sonst hast du nämlich deinen Optionsraum nicht ausreichend ausgesucht, wenn du nicht bis ans Ende und übers Limit gegangen bist. Und das finde ich ist halt zum Thema Fehlerkultur extrem wichtig.

Christian

ein Fehler ist an der Stelle nicht etwas, was

Christian

hoppla passiert ist, sondern

Christian

du designst das von vornherein,

Christian

dass da ein Fehler passieren muss,

Christian

weil sonst hast du nichts gelernt.

Christian

Und das finde ich ist nämlich dann, wenn

Christian

du sagst Lippenbekenntnis, ein massiver

Christian

Denkfehler, nicht ein, ja hoppla

Christian

ist halt passiert, dass da ein Fehler aufgeht,

Christian

sondern nein, nein, nein, wir setzen uns jetzt hier hin

Christian

und wir designen jetzt etwas, wo wir wissen,

Christian

wir wissen noch nicht, was die Antwort

Christian

ist. Und eine von den vier Sachen wird schief gehen.

Christian

Wir wissen auch noch nicht, welche. Aber irgendwas wird

Christian

schief gehen und wir bereiten uns auch jetzt darauf vor, von was

Christian

machen wir denn, wenn das schief geht? Und das war

Christian

für mich eine massive Erkenntnis zum Thema

Christian

ja, diese halbherzige Fehlerkultur

Christian

ist kaputt, weil

Christian

man denkt, Fehler sind immer noch etwas, was man

Christian

im Idealfall vermeiden kann und

Christian

das muss hingehen zu, Fehler sind etwas, was

Christian

ich provoziere, weil ich

Christian

erst dann den Auktionsrand so weit ausgeschöpft

Christian

habe, dass ich echte Innovation treiben kann,

Christian

dass ich eine echte Erkenntnis hatte.

Dominik

Jetzt musst du vielleicht nochmal kurz dazu gehen, wie provoziert man

Dominik

denn so einen Fehler und worum geht es dabei?

Christian

Ja, indem du Theorien aufstellst,

Christian

die sich widersprechen.

Christian

Du sagst halt, du hast

Christian

eine bestimmte Aufgabe

Christian

und du weißt noch nicht,

Christian

was die möglichen Ergebnisse sind.

Christian

Beispiel.

Christian

Bildlich gesprochen. Du bist irgendwo

Christian

mitten in einer Wüste und deine Aufgabe ist rauszufinden,

Christian

in welche Richtung geht es jetzt hier eigentlich ordentlich voran.

Christian

Ja, wo müssen wir hin?

Christian

Zum Wasser oder zum Meer oder?

Christian

Zum Wasser oder zum Meer oder was auch immer.

Christian

Dann schickst du also vier Leute

Christian

oder du versuchst rauszukriegen, wie weit

Christian

geht es denn hier eigentlich?

Christian

Und dann schickst du halt vier Leute

Christian

in vier Himmelsrichtungen

Christian

und jetzt kannst du entweder

Christian

sagen, naja, ich lasse die alle jeweils

Christian

einen Kilometer laufen

Christian

und dann zurückkommen,

Christian

dann können sie dir sagen, ja, hier geht es jeweils

Christian

in einen Kilometer Richtung. Schön.

Christian

Jetzt hast du aber noch nicht gelernt, wo hier Ende ist.

Christian

Das heißt, du musst im Prinzip

Christian

an der Stelle eher sagen, naja, du machst vier Experimente

Christian

und jedes davon läuft so weit,

Christian

bis es irgendwie mindestens irgendwo

Christian

anstößt. Und anstoßen kann halt, wenn du

Christian

Pech hast, heißen, da fällt jemand eine Klippe runter.

Christian

Und das wäre ja ein Fehler.

Christian

Er verdurstet in der Wüste dann.

Christian

Er verdurstet halt irgendwo in der Wüste.

Christian

Ja, das wäre vielleicht sogar ein Beispiel an der Stelle.

Christian

Und du weißt vielleicht,

Christian

ja, irgendwo ist eine Oase,

Christian

aber halt eben nicht überall.

Christian

Dann machst du halt Theorien und sagst,

Christian

naja, die höchste Wahrscheinlichkeit ist,

Christian

dass in einer von den vier Richtungen

Christian

irgendwo eine Oase ist,

Christian

aber es kann nicht überall eine sein.

Christian

Und damit müssen sich die,

Christian

die sich auf diese Expedition begeben,

Christian

darauf vorbereiten,

Christian

dass sie derjenige sind, der

Christian

keine Oase findet. Na, die verdursten. Was mache ich denn dann?

Christian

Ja, idealerweise

Christian

tun sie das halt nicht. Idealerweise überlegst

Christian

du dir ein Protokoll, wie die das halt, so, und

Christian

deswegen ist sozusagen diese Aussage, ja, ich

Christian

fange an, Dinge zu tun, wo ich,

Christian

du weißt bloß nicht, welcher von denen halt der ist,

Christian

der nachher das Problem haben wird. Und den

Christian

musst du ausrüsten mit Mechanismen, zu sagen,

Christian

so, okay, ich bin jetzt wirklich so weit gefahren, wie ich

Christian

konnte, jetzt brauchen wir halt, ich brauche hier Verstärkung,

Christian

irgendwer muss mich abholen. Und

Christian

das ist halt genau, dieses abstrakter gesehen

Christian

ist halt, du machst hier ein Portfolio,

Christian

Jede Theorie in sich muss schlüssig sein, die muss sein, die darf der Naturwissenschaftlichen nicht widersprechen, du musst einen Anhaltspunkt haben, wo du sagst, naja, irgendwo hat sowas eine Art schon mal funktioniert, es ist nicht völlig an den Haaren herbeigezogen, auch wenn wir sozusagen jetzt auf dieser Idee so lange rumhauen und so viele versuchen sie niederzumachen, irgendwie scheint es trotzdem noch eine gute Idee zu sein, dann sollte man das jetzt mal ausprobieren.

Christian

Und so kommst du halt zu einem Portfolio, wo du mit relativ wenig Aufwand und zeitlich kurzen Zyklus tatsächlich provozieren kannst, dass dir Feedback von dem Universum gegeben wird, was davon jetzt eine gute Idee ist und was nicht.

Johannes

Das ist die Fail-Fast-Philosophie, oder? Das ist so, möglichst schnell zu einer Stelle kommen, wo es nicht weiter geht.

Christian

Genau, und aber wichtig an der Stelle auch parallel, weil deine Umwelt ändert sich, während du das machst.

Christian

Die Oase wandert, Vater Morgana.

Christian

Ja, ja, genau.

Christian

Ja, ja, ja, total.

Christian

Die, ähm,

Christian

ist mir gerade auch irgendwie der Faden

Christian

abhandengekommen an der Stelle.

Christian

Entschuldigung. Achso, doch, und du verstehst,

Christian

und du verschiebst auch die Diskussion

Christian

weg von, welches

Christian

ist die richtige Lösung,

Christian

ja, hin zu,

Christian

welche interessanten

Christian

möglichen Lösungen können

Christian

wir jetzt hier alle generieren,

Christian

ohne uns dann zu streiten, wer hier recht hat,

Christian

sondern es geht nur dazu, können wir möglichst viele interessante, ausprobierbare Lösungen generieren.

Christian

Eventuell ist nachher die tatsächliche Lösung, die man nimmt,

Christian

weil dann gibt es eine Technik, die man dann noch ansetzen kann,

Christian

wenn du dann das durchhast, dann kontrastierst du, was du aus diesen unterschiedlichen Lösungen gelernt hast

Christian

und kannst mit den realen, praktischen Erfahrungen dann eine neue Lösung tatsächlich generieren.

Christian

Und dann muss es nämlich nicht sein, welche von den vier Lösungen war jetzt eigentlich die richtige,

Christian

Ein Beispiel, um bei der Wüste zu bleiben. Keiner von denen ist zur Oase gekommen, aber der Typ, der nach Norden gelaufen ist und der Typ, der nach Osten gelaufen ist, hat gesagt, als ich fünf Kilometer nach Osten gelaufen bin, habe ich im Norden was gesehen. Und der andere sagt ja, als ich fünf Kilometer in den Norden gelaufen bin, habe ich im Osten was gesehen.

Christian

Das kannst du jetzt übereinanderlegen und weißt, aha, in der Distanz nordöstlich ist was. Keine der konkreten Lösungen war richtig, aber aus beiden Erkenntnissen konnte ich mir die richtige Lösung nachher generieren. Und wenn man sich aber die ganze Zeit nur darauf versteift hätte zu fragen, ist es jetzt richtig nach Norden, Süden, Osten oder Westen zu gehen, hättest du nie den Input gehabt, um dieses Ding im Nordosten zu finden.

Dominik

Kann ich nochmal kurz eine blöde Frage stellen und zwar möchte ich gerne verstehen, an welchen Projekten man diese Methode am besten macht? Also du hast halt unbekanntes Problem oder du möchtest, also was möchtest du lösen bei dem?

Christian

Du hast ein Problem, dass du nicht a priori, also du bist in einer Situation, die so ungeordnet ist, dass du nicht a priori die Lösung festlegen kannst. A priori ist etwas, da neigen wir deutschen Ingenieure sehr dazu, ich kriege ein Problem, ich kenne meine Handlungsweisen, ich laufe meinen Optionsraum ab und ich präsentiere dir nach einer Woche irgendwie die Lösung.

Christian

Wenn das nicht der Fall ist, im Komplexen passiert dann typischerweise Folgendes,

Christian

dann kommt der nach einer Woche mit einer Lösung um die Ecke,

Christian

du implementierst die, sie besteht alle Tests

Christian

und in dem Moment, wo sie draußen in die Realität trifft,

Christian

fängt es an, rechts und links zu knarzen.

Christian

Und die Reaktion des Ingenieurs war,

Christian

ja, du hast mir zu engen Zeitrahmen gegeben,

Christian

hättest mich noch eine Woche arbeiten lassen sollen.

Christian

Oder du hast mir nicht alles gesagt.

Christian

Oder du hast mir nicht alles gesagt.

Christian

Nicht gut spezifiziert, genau, ja, ja.

Christian

So, aber, genau, so, aber aus der komplexen Perspektive

Christian

wird immer wieder ein komplexes Problem

Christian

retrospektiv als geordnet mit

Christian

ja, ich habe ja nur X vergessen.

Christian

Das Dumme ist nur,

Christian

du kannst dieses X nie a priori bestimmen.

Christian

Wenn du hättest ihm noch eine Woche mehr gegeben,

Christian

hätte es ein Y gegeben,

Christian

hättest du ihm noch eine Woche gegeben,

Christian

hättest du ein Z gegeben.

Christian

So, und das muss man halt umdrehen,

Christian

weil im Nachhinein kann man es immer erklären,

Christian

nur im Nachhinein,

Christian

also auf lange Sicht sind wir alle tot und so.

Christian

Was du dort halt tatsächlich machen kannst,

Christian

ist, du kannst, wenn du normalerweise

Christian

in einem ingenieursmäßigen Ansatz arbeitest,

Christian

sagen, okay, wir probieren das Problem klassisch über einen Expertenansatz innerhalb einer gesetzten Timebox zu lösen.

Christian

Und wenn das nicht geht, dann müssen wir diesen Modus wechseln.

Christian

Also so kann man ein Team, was tatsächlich gewöhnt ist, zu sagen, ja, da setze ich einmal hin, arbeite das Ticket ab und komme dann mit der Lösung raus.

Christian

Und wenn du dann diesen Effekt siehst von, ja, toll, alles ausdefiniert, alles abgearbeitet, super Codequalität, aber es tut nicht,

Christian

Dann solltest du dir die Frage stellen, gut, dann sollten wir jetzt hier mal vielleicht zwei, drei Varianten in die Breite ausprobieren und gucken, wo wir weiterkommen. Das ist ein möglicher Ansatz, wie man das machen kann. Also Engineering sollte sich immer einer Timebox eignen, weil er sucht ja im Prinzip nur aus bekannten Lösungen aus. Und wenn das Engineering aber anfängt, neue Lösungen zu entwickeln, dann musst du im Prinzip in diesen anderen Modus wechseln.

Johannes

Das ist das, was man Unknown-Unknowns manchmal nennt, oder?

Johannes

Das Ding, die wir nicht wissen.

Christian

Nee, das sind die Known-Unknowns tatsächlich.

Christian

Nee, nee, das ist ein Wir-Wissen-Jetzt-Schon.

Christian

Da ist etwas, was wir noch nicht kennen.

Johannes

Ja, okay, wenn du die erste Timebox gemacht hast,

Johannes

dann weißt du, dass es nicht geht.

Johannes

Aber vorher weißt du es nicht.

Johannes

Ja.

Christian

Die, und man kann viel machen, um es abzusichern.

Christian

Das sind diese solchen Kohärenztests eben mit diesem

Christian

Sind meine Lösungen irgendwie in sich schlüssig?

Christian

Widersprechen sie dem heliozentrischen Weltbild?

Christian

Solche Sachen.

Christian

Was ich noch spannend finde, ist

Christian

ein Ansatz, der auch so aus den

Christian

90ern fehlverstanden wurde, wo du gerade das

Christian

Wasserfallmodell meintest, war dieses

Christian

Rapid Application Development.

Christian

Das war so Ende der 90er, das waren so

Christian

Pascal-basierte Tools wie Delphi und

Christian

solche Formbilder etc.

Christian

Und Dave hatte mit denen tatsächlich was zu tun.

Christian

Der hat eine ganz interessante Story, was

Christian

eigentlich mit Rapid Application Development gemeint

Christian

war. Weil was

Christian

rausgeworden ist, ist auch wieder dieses

Christian

Ja, ich kann ganz schnell diese Formulare zusammenklicken

Christian

und habe dann eine fertige Anwendung.

Christian

Worum es eigentlich ging, war eine Methodik dahinter

Christian

und die ist aber aufgrund dieser sehr starken Technik-Fokussiertheit

Christian

von, ja, ich habe hier diese Formbilder weggefallen

Christian

und das war folgendes, das nennt sich ein Triple Eight.

Christian

Die haben bei der IBM für Kundenprojekte Folgendes gemacht.

Christian

Die haben vom Kunden vier Leute sich geholt,

Christian

die die Aufgaben, die die Problemstellung kennen,

Christian

Abrechnungssoftware irgendwie überarbeiten.

Christian

Haben vom Kunden die vier Leute an vier verschiedene Teams bei der IBM rangesetzt, jeweils mit so fünf, sechs Leuten.

Christian

Montag früh haben mit denen gesagt, so welche Features brauchen wir jetzt als allererstes und haben die halt entwickelt in so einem Rapid Application Ding.

Christian

Da hast du dann nach einem Arbeitstag so die ersten, so ja, hast du mal eine Tabelle und hast mal ein Formular und hast mal dies und hast mal jenes, das geht relativ zügig.

Christian

Dann haben sie diesen Code und das ist in vier Teams parallel passiert.

Christian

Jedes hat für sich gearbeitet, die durften nicht miteinander reden.

Christian

Dann haben die ihren Code eingecheckt und aus Europa nach acht Stunden an ein Team in den USA gegeben.

Christian

Und dieses Team in den USA hatte keinerlei Zugriff auf irgendwelche Formen von Spezifikationen, Kunden oder irgendwas.

Christian

Und hat nur die Aufgabe gekriegt von so, hier ist irgendwie Code, mach mal weiter.

Christian

Die haben sich das angeguckt mit, ah ja, okay, alles klar, die machen hier so Abrechnungskram.

Christian

Ja, okay, die Formulare, das würde ich ja so nicht machen.

Christian

Guck mal, das geht noch besser, das kann man so und so und so machen.

Christian

Die haben das wiederum nach acht Stunden abgegeben

Christian

und jeweils an ein Team in Asien gepackt.

Christian

Da hat sich das Team in Asien das Ding angeguckt,

Christian

wo jetzt sozusagen die Europäer mit dem Kunden,

Christian

danach der Ami ohne Kunde und dann der Asiate auch nochmal ohne Kunde

Christian

wieder drauf geguckt hat von, was wollten die eigentlich?

Christian

Was ist denn das? Hä? Okay, das machen wir gar nicht.

Christian

Machen wir mal so, so, so und so.

Christian

und so. Jetzt hast du zum einen

Christian

drei Kulturkreise durchlaufen.

Christian

Hast unterschiedliche Wirtschaftssysteme

Christian

durchlaufen.

Christian

Und am zweiten Tag, Dienstag

Christian

früh, hat deine Anwendung

Christian

viermal drei Iterationen

Christian

hinter sich. Jetzt gucken sich die Europäer das wieder

Christian

an, was aus ihrem Code geworden ist.

Christian

Schlagen die Hände über

Christian

den Köpfen zusammen?

Christian

Nee, und sagen so,

Christian

da hätten wir ja gar nicht dran gedacht. Dann gehen wir

Christian

zum Kunden und sagen, wie viel hältst du von X, Y und Z?

Christian

Und das haben die zwei Wochen am Stück gespielt.

Christian

Dann hast du dieses Projekt in vier Ausprägungen über 10 mal 3, über 30 Iterationen geprügelt und kontrastierst dann, was ist eigentlich in diesen vier Handlungssträngen rausgekommen, weil die ja auch noch nicht mal miteinander geredet haben über die Zeit.

Christian

Und dann setzt du dich hin und fragst so, was haben wir jetzt eigentlich gelernt?

Christian

und jetzt kannst du dich hinsetzen und kannst

Christian

sagen, so okay, jetzt suchen wir uns heraus, was

Christian

wollen wir hier eigentlich. Und das

Christian

war der ganze Charme von einem Rapid Application

Christian

Development Ansatz, so einen

Christian

hochgetakteten Zyklus zu fahren von

Christian

wie kriege ich eigentlich Erkenntnisgewinn.

Christian

Das ist die Innovationsgeschwindigkeit, das Buch dann, ja.

Christian

Diese Innovationsgeschwindigkeit ist

Christian

brutal.

Johannes

Das hört sich so ein bisschen an wie das Startup-Modell

Johannes

auf 11 aufgedreht. Wir machen jetzt vier Sachen

Johannes

gleichzeitig und jeweils sind drei Schichten.

Johannes

Das war Mitte der 90er,

Johannes

aber das war nicht gedacht,

Christian

Das war nicht gedacht als ein Modell,

Christian

was im Dauerbetrieb funktioniert,

Christian

sondern das war gedacht als ein

Christian

Ansatz, um unter

Christian

wenn ich habe wenig Information,

Christian

viel Unsicherheit und muss irgendwie Entscheidungen

Christian

treffen für ein extrem teures

Christian

strategisches Projekt,

Christian

dann ist die Aussage, dann machen wir das jetzt mal zwei Wochen,

Christian

danach hast du mal so richtig Datenbasis.

Christian

Und dafür war

Christian

Rapid Application Development

Christian

halt wichtig. Da ging es nicht darum,

Christian

ein finales Produkt in der Hand

Christian

zu haben, was hochpoliert etc., sondern es war

Christian

darum, in so einer

Christian

Materialschlacht, in einer Personalschlacht

Christian

so schnell wie möglich

Christian

so viele Varianten wie möglich zu generieren

Christian

und das

Christian

hat mir die Augen geöffnet, weil ich saß ja

Christian

auch davor und habe in der Uni mit

Christian

diesen Rapid Application Development Tools so

Christian

ein Wasserfallmodell irgendwie versucht,

Christian

übergeholfen zu kriegen.

Christian

Und dann hörst du plötzlich von dieser Story,

Christian

IBM hat ja diese Sprachen mitentwickelt

Christian

und das war aber dieses zweigleisige Ding

Christian

von, wir wollen hier diesen

Christian

Prozess fahren können und dieser Prozess hat es aber

Christian

nie geschafft, irgendwie mal

Christian

außerhalb angewendet zu werden

Christian

und dann bleibt aber trotzdem über mit

Christian

jetzt haben wir so Tools, die können wir ja verkaufen.

Christian

Tja.

Johannes

Ja, das ist halt, wenn man viele Ressourcen hat,

Johannes

kann man da Sachen erschlagen und

Johannes

man muss die dann auch nutzen.

Christian

Ja, das kann man aber auf den Kleinen machen.

Christian

Vielleicht ist jetzt irgendwie ein ganz guter

Dominik

Zeitpunkt, irgendwie mal das nochmal so zusammenzufassen,

Dominik

du hast ja gerade Rapid Application Development irgendwie gesagt,

Dominik

Es gibt ja noch so mehrere andere Methoden oder

Dominik

Methodologien, die man irgendwie kennt.

Dominik

Vielleicht können wir über die eine oder andere

Dominik

nochmal sprechen, vielleicht nochmal Extreme Programming

Dominik

und oder Scrum irgendwie mal kurz erklären

Dominik

für unsere Hörer, was das eigentlich so ist

Dominik

und wie man das so macht und vielleicht ein, zwei Probleme

Dominik

damit irgendwie aufmachen oder wie ihr das

Dominik

so gerne macht oder

Dominik

du hast eben auch von Flowchart

Dominik

oder was gesprochen, was ist das, macht ihr einen Kampanen?

Dominik

Da gab es ja ganz viele verschiedene Methoden.

Dominik

Ja, vielleicht kann man da irgendwie

Dominik

einmal kurz durchgehen.

Dominik

Wollen wir mit Scrum einfach anfangen?

Dominik

wer kann am meisten so zählen? Jochen hat da, glaube ich, ganz viele

Johannes

Teams. Ich glaube, man muss mit XP anfangen, oder?

Johannes

XP ist zeitlich früher und Scrum ist dann

Jochen

das Nächste. Ich würde die alle zusammenfassen

Jochen

zu, äh, das ist halt so

Jochen

Agile, genau. Oh, Jochen,

Johannes

jetzt setzt du dich aber ins

Jochen

Nesseln. Ja, ich glaube, da so groß sind da die

Jochen

Unterschiede gar nicht. Also der

Johannes

Spirit ist irgendwie... Oh, jetzt setzt du dich immer weiter in die Nesseln.

Johannes

Da werden ja ganz viele Leute... Also für

Johannes

freundliche

Christian

Zuhörer-Rants bitte, Jochen,

Christian

der Podcast-Punkt.

Christian

Er nimmt die

Christian

Hate-Mail sehr gerne entgegen.

Christian

Wir lesen die, wir

Christian

lassen sie dann von Sarah Bosetti filtern und

Christian

lesen die Hate-Mail dann auf

Christian

geschönt. Hallo, erbeißenpodcast.de

Johannes

Also Jochen, dann fass doch mal zusammen,

Johannes

was agile Methoden sind. Ja,

Jochen

ich würde sagen, das Agile Manifesto

Jochen

ist ja schon irgendwie ein guter

Jochen

Startpunkt. Das kriege ich jetzt

Jochen

auch nicht so aus dem Kopf rezitiert,

Jochen

aber die wichtigsten Punkte

Jochen

sind halt sowas wie,

Jochen

dass halt

Jochen

Interaktion mit dem Kunden wichtiger ist, als

Jochen

irgendwie Pläne zu befolgen, dass

Jochen

halt irgendwie funktionierender Code wichtiger ist

Jochen

als halt ausführliche

Jochen

Dokumentation.

Jochen

Kurze Zyklen?

Jochen

Ja, genau, dass man das irgendwie

Jochen

iterativ macht.

Christian

Sich auf Änderungen einzustellen ist wichtiger

Christian

als dem Plan zu folgen.

Jochen

Ja, genau.

Jochen

Ja.

Jochen

Wo ist es jetzt nicht?

Jochen

Ich meine, ich kann es

Jochen

kurz vorlesen, ich habe es gerade da.

Christian

Das Original sagt also,

Christian

We are uncovering better ways of developing software by doing it and helping others do it.

Christian

Through this work we have come to value individuals and interactions over processes and tools,

Christian

working software over comprehensive documentation,

Christian

customer collaboration over contract negotiation,

Christian

responding to change over following a plan.

Christian

That is why there is value in the items on the right.

Christian

we value the items on the left more.

Johannes

Das ist eigentlich ein sehr versöhnliches Manifest.

Johannes

Es ist ein Unglaub,

Christian

und es ist so aktuell eigentlich,

Christian

wenn ich es halt neben

Christian

diese industrialisierten Varianten

Christian

von Agilität halte.

Christian

Ich habe es wirklich lange Zeit

Christian

nicht angeguckt, ich hatte es bestimmt 10 Jahre nicht in der Hand

Christian

und im letzten halben Jahr immer mal wieder rausgeholt.

Christian

Es ist aktueller denn je.

Christian

Das stimmt.

Johannes

Da habe ich tatsächlich eine kleine Anekdote dazu.

Johannes

Als ich mein Studium fertig hatte, wollte ich gerne noch ein bisschen an der Universität bleiben.

Johannes

Deshalb habe ich eine Doktorarbeit angefangen.

Johannes

Und die Doktorarbeit beschäftigte sich so im Großen mit Projektportfolio-Management.

Johannes

Das ist quasi eine Ebene drüber.

Johannes

Das ist nicht Management eines einzelnen Projektes, sondern Management vieler Projekte.

Johannes

Also welche Projekte mache ich überhaupt? Welche sind wichtig?

Johannes

Wie priorisiere ich die? In welcher Reihenfolge sind die? Und so weiter.

Johannes

Und ich habe relativ lange Literaturrecherche gemacht und habe dann diese Doktorarbeit wieder abgebrochen,

Johannes

als ich ein Paper gefunden hatte mit dem Titel

Johannes

Are we getting any better? Comparing project management in the years 2000 and 2008.

Johannes

Super Paper, rate ich jedem zu lesen.

Johannes

Die kurze Form ist,

Johannes

Sie haben viele Projekte untersucht im Jahr 2000

Johannes

und im Jahr 2008 und wenn man die Leute in den Projekten befragt,

Johannes

dann sagen die, ja, das ist jetzt alles viel besser. Wenn man aber die Ergebnisse der Projekte

Johannes

anguckt, dann hat sich eigentlich nicht viel

Johannes

getan. Und wir haben die

Johannes

Zufriedenheit erhöht. Genau, wir haben

Johannes

die Zufriedenheit erhöht. Das ist ja auch schön.

Johannes

Aber es ist nicht

Johannes

das, was man eigentlich erreichen wollte. Und das war für mich

Johannes

so ein bisschen der Punkt, wo ich mir gesagt habe, okay,

Johannes

viele

Johannes

Sachen, die man hört im Projektmanagement und

Johannes

viele von diesen Methodologien,

Johannes

die sind sehr dogmatisch und die sind sehr

Johannes

ihr müsst es so machen und ihr müsst es so machen.

Johannes

Und da gehören Scrum und XP absolut dazu.

Johannes

Die haben sehr, sehr strikte Regeln.

Johannes

Es gibt quasi niemanden, der ein echtes Scrum macht.

Johannes

Es gibt niemanden, der echtes XP macht,

Johannes

weil die einfach

Johannes

so super strikt sind, dass man die pragmatisch

Johannes

nicht befolgen kann.

Johannes

Ja, also tatsächlich widersprechen

Christian

sie widersprechen dem Manifesto auch

Christian

im Prinzip dadurch. Ja, natürlich, total.

Jochen

Also ich würde auch oft, wenn man

Jochen

sagen würde, Leute, das ist ja nicht so gemeint,

Jochen

dass man das jetzt einfach nur als Regelwerk

Jochen

nehmen und dann einfach blind anwenden soll.

Jochen

Ja, aber dann würden die Scrum Master widersprechen.

Jochen

Die Scrum Master sagen, Scrum ist nur, wenn du alle

Jochen

Regeln befolgst. Und du hast ja ein Zertifikat

Jochen

dafür gekriegt.

Jochen

Ja, natürlich. Das kriegst du nur, wenn du alle Regeln

Jochen

befolgst.

Jochen

Wie gesagt, wenn du diesen ganzen

Johannes

Dingen folgst, dann

Johannes

fühlt es sich so an,

Johannes

als ob du viel erreicht hast. Dann fühlst du dich

Johannes

besser mit deinem Projekt. Aber das Projekt selber

Johannes

ist dadurch nicht erfolgreich geworden.

Johannes

Die Projekte, die du machst, sind nicht erfolgreich geworden.

Johannes

Das war für mich so ein bisschen

Johannes

der Weg hin zu

Johannes

weniger Projektmanagement ist mehr Projektmanagement.

Johannes

Was ja durchaus dem Agile Manifesto

Johannes

auch entspricht.

Johannes

Und das ist der Punkt, worauf ich raus will.

Johannes

Das Agile Manifesto ist deshalb immer noch relevant,

Johannes

weil wir Probleme lösen,

Johannes

weil wir versuchen, Probleme zu lösen,

Johannes

die wir aber nicht lösen.

Johannes

Wir machen immer mehr Projektmanagement.

Johannes

In Firmen ist Projektmanagement so ungeheuer wichtig,

Johannes

dass man dem nicht entkommen kann.

Johannes

Im Endeffekt löst es aber die Probleme nicht.

Johannes

Aber das ist doch wieder spannend.

Johannes

Also wir haben jetzt immer noch nichts über die Methoden gesagt,

Dominik

aber das hört sich so an, als wäre Projektmanagement,

Dominik

gutes Projektmanagement quasi so,

Dominik

du musst dafür sorgen, dass sich die Menschen,

Dominik

die für dich arbeiten, gut fühlen und wohlfühlen,

Dominik

dann wird das schon irgendwie.

Dominik

Nee, überhaupt nicht. Das ist das, was

Dominik

die Methoden machen.

Johannes

Das gute Projektmanagement sorgt dafür,

Johannes

dass die Projekte erfolgreich sind, egal

Johannes

wie die Menschen gehen.

Johannes

Aber Projekte werden halt von Menschen.

Johannes

Da würde ich auch...

Johannes

Ganz kurz.

Johannes

Ich möchte nicht missverstanden werden.

Johannes

Die Menschen machen ja die Projekte. Das heißt,

Johannes

du kannst nicht dafür sorgen, dass

Johannes

Projekte erfolgreich werden, zumindest nicht auf

Johannes

lange Sicht, wenn du die Menschen dabei kaputt machst.

Johannes

The gaming industry

Johannes

would like to differ.

Johannes

Ja, wobei die ja auch... Ja, auch die machen so langsam

Johannes

auf. Auch die

Johannes

haben schon ihre hellen Rückschläge

Jochen

gehabt. Genau, da

Jochen

würde ich gerne einhaken,

Jochen

weil das halt auch so ein

Jochen

ja, so ein fundamentales

Jochen

Problem ist irgendwie, so je

Jochen

älter ich werde, so am Anfang, ich war auch sehr,

Jochen

ich war da, ich habe tatsächlich

Jochen

mal irgendwie diese

Jochen

Agile-Geschichte halt im Unternehmen, also mit

Jochen

sehr dafür gearbeitet, dass das da

Jochen

umgesetzt wird. Ich dachte, ja, das machen

Jochen

wir, wir folgen jetzt die Regeln einfach nur

Jochen

alle auf 100 Prozent, wie in XP,

Jochen

das alles. Da wird es schon gehen.

Jochen

Und dann in ein paar Monaten, es funktioniert

Jochen

jetzt ja alles, das hat dann irgendwie ein paar Jahre gedauert

Jochen

und das war ein eher schmerzhafter Prozess

Jochen

und

Jochen

es hat schon irgendwie

Jochen

funktioniert, aber es war alles nicht so rosig

Jochen

und irgendwie, je älter ich werde, desto mehr

Jochen

habe ich so das Gefühl, es ist nicht so

Jochen

beim Management von diesen Dingen

Jochen

nicht so sehr

Jochen

die Frage, wie man das macht, sondern

Jochen

die Frage, wer das macht, ist auch sehr, sehr wichtig.

Jochen

Ja, klar. Und

Jochen

das ist auch so ein bisschen das, was da

Johannes

rauskommt. Du kannst dir ganz viele Regeln ausdenken,

Johannes

aber die funktionieren nicht, weil das halt Menschen sind,

Johannes

die die Projekte machen. Und du musst dafür

Johannes

sorgen, dass die Menschen, die die Projekte machen,

Johannes

die Projekte erfolgreich machen.

Johannes

Und das heißt, da ist immer diese

Johannes

menschliche Komponente dabei. Du musst die richtigen

Johannes

Menschen finden, du musst die Menschen richtig dazu bringen,

Johannes

die Sachen zu machen. Und dann am

Johannes

Ende, wenn du das geschafft hast, musst du auch noch dafür

Johannes

sorgen, dass du die richtigen Projekte machst.

Jochen

Ja, es ist nicht ganz

Jochen

einfach und ich bin auch

Jochen

zunehmend pessimistisch, was

Jochen

die Möglichkeit

Jochen

angeht, irgendwie das Verhalten von Leuten

Jochen

irgendwie so großartig zu verändern.

Jochen

Ich meine, auch wenn man jetzt irgendwie sich zum Beispiel Kinder

Jochen

anguckt und

Jochen

also ich meine, so als Eltern ist man ja wahrscheinlich

Jochen

so in der

Jochen

privilegierten Position, ja,

Jochen

sozusagen man hat

Jochen

die maximale

Jochen

Möglichkeit, Dinge zu beeinflussen

Jochen

eigentlich. Also besser wird es nicht. Also ich glaube,

Jochen

Manager haben wesentlich weniger Zeit, Energie

Jochen

und was sie da

Jochen

reinstecken können, um halt das Verhalten

Jochen

zu modifizieren. Und selbst bei Kindern,

Jochen

naja, ich bin mir nicht so sicher, ob das gut

Jochen

funktioniert. Das ist so, ein bisschen

Jochen

kann man schon ändern, aber so grundsätzlich

Jochen

ja, und

Jochen

ich fürchte, wenn man jetzt als Manager die

Jochen

Vorstellung hat, man ändert irgendwie das

Jochen

Verhalten von Leuten grundsätzlich oder macht Leute zu

Jochen

anderen Personen oder das funktioniert

Jochen

einfach nicht. Ja, das glaube ich auch.

Johannes

Das glaube ich auch nicht. Deshalb sage ich ja, du hast

Johannes

diese menschliche Komponente dabei, du musst dafür

Johannes

sorgen, dass die Menschen, die du

Johannes

im Projekt hast, die richtigen sind und dass die

Johannes

die Sachen so machen, dass sie sehr erfolgreich sind.

Dominik

Das wird immer unterschiedlich sein.

Dominik

Es wird immer unterschiedlich

Dominik

sein, je nachdem, welche Projektteilnehmer

Dominik

du hast. Es wird keinen

Johannes

Hamburger Prozess geben, wo hinterher immer der

Johannes

gleiche Hamburger rauskommt. Und selbst wenn du so einen

Johannes

Prozess findest, dann wird es halt immer der gleiche

Johannes

schlechte Hamburger sein. Und jetzt bin ich

Johannes

rausgefallen.

Johannes

Ne, ich bin nicht rausgekommen.

Jochen

Ne, ne, nur aus dem Web.

Jochen

Ich müsste mich kurz

Christian

muten, weil hier mein Drucker angefangen hat,

Christian

die zu drucken.

Christian

Ich würde aber tatsächlich mal reingehen,

Christian

weil da kann ich tatsächlich

Christian

noch eine völlig andere Ecke

Christian

mit reinwerfen, das sind die Manager-Tools.

Christian

Weil da

Christian

gehen wir jetzt weg von

Christian

Projektmanagement über zu Management

Christian

allgemein.

Christian

Was wir relativ viel benutzen, ist

Christian

tatsächlich einen Ansatz

Christian

von

Christian

ja, die heißen

Christian

manager-tools.com, die haben

Christian

irgendwie anderthalb tausend

Christian

Podcasts inzwischen veröffentlicht.

Christian

Ja,

Christian

einmal diesen sehr straightforward Punkt.

Christian

Es sind so zwei irgendwie

Christian

Ex-Militärs

Christian

und die haben aber tatsächlich dieses Thema,

Christian

wo Jochen und ich eben

Christian

so ein bisschen kurz aufschreien wollten zum

Christian

Thema, ja, Hauptsache die Projekte sind erfolgreich.

Christian

Die haben sich halt

Christian

diese klassische Management-Theorie

Christian

relativ gut weiterentwickelt

Christian

mit

Christian

der Aufschrift von

Christian

die zwei Aufgaben des Managers sind

Christian

Results

Christian

and Retention.

Christian

Und welches ist wichtiger?

Christian

Ich versuche gerade

Christian

rauszukriegen, was der Dominik mir

Dominik

sagen will. Du darfst dein Mikrofon gerade von deinem Mund entfernen

Dominik

und seitdem bist du leiser als vorher.

Dominik

Entschuldigung, alles klar, danke.

Dominik

Was ist wichtiger? Results oder

Dominik

Retention.

Christian

Das kommt her aus der Industrialisierung.

Christian

Da war die Managementaufgabe tatsächlich

Christian

Results.

Christian

Und Results alleine...

Christian

Stimmt ja dazu.

Christian

Und das alleine reicht halt eben

Christian

nicht, weil das halt keine langfristige

Christian

Perspektive hat. Und aber auch die

Christian

Managementtheorie aus Mitte des 20. und

Christian

frühen 20. Jahrhunderts weiß schon,

Christian

dass eine Organisation halt auch ihr

Christian

langfristiges Wohl im Auge behalten muss.

Christian

Das heißt, du musst

Christian

die Fehler, die du durch eine reine

Christian

Result-Orientierung erzeugen würdest,

Christian

durch eine entsprechende Retention

Christian

der Personen, die du halt hast,

Christian

balancieren. Und das ist dann

Christian

eben genau die Aufgabe eines Managers,

Christian

das gut in den Einklang zu bringen, zu gucken,

Christian

dass dein Team

Christian

funktioniert, und zwar auch

Christian

für die Menschen funktioniert,

Christian

weil ohne die Menschen geht es halt nicht, aber eben

Christian

mit den Menschen zusammen entsprechende Ergebnisse

Christian

zu erzielen.

Dominik

Kannst du vielleicht nochmal ganz kurz definieren, was

Dominik

Retention ist?

Christian

Retention heißt, die Leute, die für dich

Christian

arbeiten, bleiben die erhalten.

Christian

Wenn du nur Results erzeugst,

Christian

dann verschleißen die Leute, dann gehen sie entweder

Christian

oder werden krank oder was auch immer.

Christian

Das ist so Industrialisierung.

Dominik

Wenn die Masse an Arbeitern unendlich ist, an Arbeiterinnen,

Dominik

dann hast du irgendwie...

Dominik

Wenn du genügend Nachschub hast

Dominik

an Jugendlichen,

Johannes

die Burger machen oder an jungen Männern,

Johannes

die Computerspiele machen wollen, dann kannst du das machen.

Johannes

Aber auf der Entwicklung gibt es halt nicht genug.

Christian

Selbst bei den Burgern ist es so,

Christian

wenn du ein eingespieltes Team hast,

Christian

bist du effizienter und kannst mehr erwirtschaften, als wenn du ein Team hast, was ständig wackelt

Christian

und wo alle gegen dich arbeiten im Prinzip, weil sie halt ihre Jobs nicht sichern, etc.

Christian

Und diese Balancierung halt bewusst wahrzunehmen als Aufgabe, das hat uns nochmal ganz schön geholfen.

Christian

Die bauen da relativ viel Zeug dann drumherum und haben auch viel Guidance für Leute,

Christian

die sich jetzt auch für Management allgemein interessieren.

Christian

Wichtig ist auch, das ist halt keine irgendwie mal schön sich ausgedachte Theorie,

Christian

sondern es ist halt relativ offensichtlich,

Christian

weil wenn Mitarbeiter dir verloren gehen,

Christian

geht halt Organisationswissen verloren.

Christian

Da gibt es auch ganz alte Anekdoten von irgendwie,

Christian

ich glaube, einer der IBM-Manager war das oder so,

Christian

wo irgendeiner seiner höherrangigen Angestellten,

Christian

glaube ich, eine halbe Million Dollar in den Sand gesetzt hat

Christian

und er gefragt wurde, ob der jetzt endlich gekündigt wird.

Christian

Und er guckt ihn dann halt an und sagt,

Christian

du bist bescheuert, ich habe gerade eine halbe Million Dollar

Christian

für ein Trainingsprogramm für diesen Mann ausgegeben.

Christian

der hat was gelernt, das gebe ich

Christian

halt nicht meinem Wettbewerber. Bist du blöd?

Christian

Und

Christian

das ist halt tatsächlich,

Christian

Leute neu reinzukriegen und

Christian

Wissen neu in die Organisation reinzuholen, ist so

Christian

unendlich teuer und fragil,

Christian

dass halt Leute aus einer Organisation

Christian

loszuwerden oder zu

Christian

verlieren, ist halt einfach mal, das ist

Christian

prohibitiv, das geht nicht.

Christian

Du musst dich halt darauf einstellen, das

Christian

ordentlich zu machen. Tja,

Christian

naja.

Jochen

Ich würde auch sagen, ich weiß nicht genau,

Jochen

Also ich kann das verstehen, dass man sozusagen dann so Turnover versus Ergebnis irgendwie vielleicht gegeneinander.

Jochen

Aber ich weiß gar nicht, ob das so eine richtige Dichotomie ist.

Jochen

Gibt es dafür eigentlich einen deutschen Ausdruck für False Dichotomie?

Jochen

Keine Ahnung, fällt mir jetzt keiner ein, ehrlich gesagt.

Jochen

Weil im Grunde setzt man da ja voraus, dass die einzige Möglichkeit, das Ergebnis zu verbessern,

Jochen

darin besteht, halt irgendwie

Jochen

pro bezahlter Stunde

Jochen

mehr Produktivität aus den Leuten zu

Jochen

pressen ist.

Jochen

Ja, nee, eben nicht. Es geht eben darum, eben nicht eine Dichtung

Jochen

Mietraus zu machen, sondern

Christian

es als komplementäre Aufgabe anzusehen.

Jochen

Ja, genau, weil

Jochen

ich denken würde, man kann nämlich auch genau das

Jochen

andere machen. Man kann halt versuchen, einfach,

Jochen

dass die Leute pro Stunde produktiver werden,

Jochen

das Ziel zu verfolgen. Und das ist

Jochen

halt eben nicht damit verbunden,

Jochen

dass die Leute langfristig

Jochen

irgendwie, weiß ich nicht, irgendwie

Jochen

die irgendwann ausgehen oder verschwinden

Jochen

oder keine Lust mehr haben.

Christian

Du musstest nur in der Management-Theorie

Christian

musstest als explizites Ziel des Managers machen,

Christian

weil alles, was du zum Ziel aufrufst,

Christian

und das ist bei Menschen nun mal so,

Christian

und deswegen ist auch,

Christian

da machen wir fast eine Schleife zum Anfang wieder zurück,

Christian

zum Thema Zielorientierung.

Christian

Wenn du einem Menschen ein Ziel gibst,

Christian

dann wird er das gnadenlos verfolgen.

Christian

Gnadenlos.

Christian

Wenn du dem Manager sagst,

Christian

Dein Ziel ist Results, Results, Results.

Christian

Und du gibst ihm noch was, was gemessen werden kann.

Christian

Dann wird er den Teufel tun und das Ding optimieren.

Christian

So schlimm, dass im schlimmsten Fall sogar der Messwert dich anlügt,

Christian

aber er hat sein Ziel erreicht.

Dominik

Ja, du kannst mal eben ein paar Stellen wegrationalisieren im Krankenhaus.

Dominik

Dann hast du als Manager einen tollen Bonus, weil du hast was gespart.

Christian

Genau, und dabei geht es tatsächlich darum,

Christian

du musst in der Organisation das Bewusstsein schaffen

Christian

und auch bei den Leuten, die das tun, dass sie an beidem gemessen werden.

Christian

dass sie sowohl daran gemessen werden,

Christian

kontinuierlich Ziele

Christian

zu erreichen und aber ein

Christian

sozusagen inhärent

Christian

verankertes Ziel, also das Metaziel

Christian

ist die Zielerreichung und

Christian

das zweite Metaziel

Christian

da dran ist aber halt währenddessen die Organisation

Christian

nicht kaputt zu machen.

Dominik

Wie macht man denn diese Verantwortung? Wie schafft man das?

Dominik

Das ist ja spannend.

Dominik

Indem du auf die Menschen eingehst, die da drin sind.

Dominik

Das kommt immer wieder

Dominik

runter auf die Menschen.

Johannes

Das ist für mich das einzige Ergebnis,

Johannes

was ich aus dieser ganzen Zeit sehen kann.

Johannes

Das kommt immer auf die Menschen an.

Dominik

Aus einer Firmenperspektive nochmal sehen möchte,

Dominik

wie schaffe ich es denn, dass ein Projektmanager

Dominik

die Verantwortung gegenüber den Menschen wahrnimmt?

Dominik

Also ich muss den ja irgendwie accountable, responsible halten

Dominik

dafür, was da passiert.

Dominik

Also messe ich die Retention Rate?

Jochen

Ja, die kannst du ja einfach messen.

Dominik

Gibt es eine Mitarbeiterbefragung über glückliche Zufriedenheit?

Dominik

Keine Ahnung.

Dominik

Das kannst du machen.

Christian

Also die gehen halt eher von einem prozessualen Ansatz aus.

Christian

Und das Problem ist sozusagen, wenn du einen Messwert zum Ziel machst, wird er halt gamifiziert. Das heißt, da musst du immer aufpassen, dass die Feedback-Schleife nicht direkt ist, weil dann wird sie halt immer ausgenutzt werden.

Christian

Bei den Manager-Tools ist es so, wir haben uns das halt auch angewöhnt. Wir haben in der Mitarbeiterführung an der Stelle für einen Manager, der hat drei Werkzeuge, die ihm dafür zur Verfügung stehen und die er zu nutzen hat. Das eine ist Beziehungspflege über sogenannte One-on-Ones. Das heißt, jeder Mitarbeiter von uns hat das Recht und der Manager hat die Pflicht, mit jedem Mitarbeiter einmal die Woche ein 30-minütiges One-on-One zu führen.

Christian

Da gibt es auch eine entsprechend inhaltliche Struktur, dass der Mitarbeiter auf jeden Fall einmal die Woche zehn Minuten die ungefilterte, ungeteilte Aufmerksamkeit seines führenden Managers hat, der wiederum sich gefälligst vorbereitet und Themen, die arbeitstechnisch, die organisationstechnisch, die vertraglich, die von der persönlichen Weiterentwicklung abhängen, mit ihm zu besprechen, zu dokumentieren.

Christian

Und das ist ganz spannend, weil daraus bei uns nämlich auch, wir haben tatsächlich dann so 75% davon schaffen war. Mein Drucker springt schon wieder an. Den müssen wir irgendwie rausfiltern. Und das Spannende ist, aus dieser Struktur heraus ergibt sich dann zum einen, ich bin immer verwundert, wenn ich mit anderen Leuten rede, wenn die fragen, wie oft hast du irgendwie exklusiv mal Zeit mit deinem Chef über irgendwas zu reden, dann ist das häufig relativ wenig.

Christian

Und wenn ich denen sage, das machen wir irgendwie jede Woche, dann fallen irgendwie alle aus allen Wolken. Deswegen würde mich auch mal interessieren, wie das bei euch so ist.

Johannes

Das ist sehr ungewöhnlich, glaube ich. Also sieht man nicht so häufig.

Christian

Und es ist so ein Riesenwerkzeug, weil zum Beispiel sowas wie ein Jahresgespräch ist bei uns kein Jahresgespräch, sondern wird getriggert durch, es kommt spätestens nach zwölf Monaten, wenn es dazwischen kein Leistungsgespräch gab.

Christian

Wissensgespräch ist eine blöde Übersetzung von dem englischen Begriff, den die haben.

Christian

Oder wann immer sich in der Rolle, in der Tätigkeit des Mitarbeiters etwas strukturell ändert.

Christian

Das heißt zum Beispiel nach sechs Monaten, wenn deine Probezeit vorbei ist,

Christian

triggert das halt automatisch, dass man sich halt dann alle O3s einmal anguckt,

Christian

nochmal durchschaut, was war denn so, worüber haben wir gesprochen,

Christian

wie hat sich das entwickelt, etc.

Christian

Und da muss auch niemand irgendwie was groß vorbereiten.

Christian

Da kommen so ein paar Sachen, irgendwie Eckdaten,

Christian

vielleicht nochmal ein bisschen Gehaltsverhandlungen oder sowas.

Christian

Das ist eine Ebene, wo wir sagen, dass ein Manager hat halt die Pflicht,

Christian

aktiv die Beziehungen zu seinen Mitarbeitern zu pflegen

Christian

und auch den Mitarbeitern Gelegenheit zu geben,

Christian

ständig mit der Organisation in Austausch zu treten über den Mitarbeiter.

Christian

Das nächste sind Coaching-Ansätze, damit der Manager halt,

Christian

wenn man im U3 identifiziert, hey, an irgendwelchen Sachen hapert es hier ständig,

Christian

du hast entweder Konflikte mit irgendeinem Mitarbeiter

Christian

oder du kriegst irgendwie ein bestimmtes Arbeitsthema, geht nicht,

Christian

dann gibt es dafür eine Coaching-Struktur und es gibt eine Feedback-Struktur,

Christian

um Mitarbeiter tatsächlich geordnet

Christian

und freundlich und höflich

Christian

darauf hinzuweisen, wenn irgendwie Verhalten,

Christian

was sie an den Tag legen, weil Ergebnis erzielen

Christian

ist nachher nichts anderes als die Summe des

Christian

an den Tag gelegten Verhaltens,

Christian

darauf hinzuweisen,

Christian

dass irgendwas halt jetzt der Organisation

Christian

eher hilft oder eher nicht hilft,

Christian

um sich dann damit halt

Christian

auseinanderzusetzen. Und die drei

Christian

Maßnahmen sind tatsächlich was, das haben wir von den Manager-Tools

Christian

mehr oder weniger eins zu eins übernommen,

Christian

wo wir sagen, ich habe nichts

Christian

studiert in Richtung Management, aber das ist

Christian

Zeug, wo wir auch von den Mitarbeitern und von

Christian

anderen immer wieder Feedback kriegen von

Christian

Fakt, das ist eine gute Struktur und Idee

Christian

von, man lässt das nicht einfach

Christian

so laufen, sondern da kommen sinnvolle

Christian

Sachen bei raus in Richtung Retention und

Christian

Organisationsentwicklung. Was ist ein O3?

Christian

Ja, ein One-on-One.

Christian

Das ist dieses halbe Stunde jede Woche.

Christian

Drei O's. One-on-One.

Christian

Okay. Genau.

Christian

Und ich habe hier so Stapel von Mitarbeitern,

Christian

da habe ich jetzt irgendwie seit sechs Jahren jede Woche,

Christian

fast jede Woche, irgendwie

Christian

mir die Notizen gemacht, wie wir miteinander

Christian

arbeiten, was da so anliegt und

Christian

etc.

Dominik

Was erzählt man denn an so einer halben Stunde jede Woche?

Dominik

Na, die ersten

Christian

zehn Minuten, da gibt es, also die haben so ein Formular,

Christian

das liegt bei mir auch immer griffbereit für, wenn man es mal

Christian

braucht. Da schreibe

Christian

ich mir dann halt auf, okay, mit wem rede ich gerade,

Christian

was ist heute für ein Tag? Und dann hat er

Christian

zehn Minuten, da stelle ich mir auf der Watch dann so einen

Christian

Timer von, so, das sind deine zehn Minuten,

Christian

erzähl mir was. Und dann kann er mir was erzählen, ob er

Christian

seinen Garten umgegraben hat, wie es im Urlaub

Christian

war oder ob irgendwie gerade

Christian

der Fuß wehtut oder ob das letzte

Christian

macOS-Update ihm irgendwie die Haare vom Kopf frisst.

Christian

Das sind seine 10 Minuten.

Christian

Da quatsche

Christian

ich dann normalerweise auch nicht dazwischen, außer er

Christian

bittet mich drum. Da mache ich mir

Christian

seine Notizen. Dann habe ich nochmal 10 Minuten,

Christian

wo ich ihm Updates gebe über

Christian

bevor wir im Team

Christian

Entscheidungen kommunizieren, ist es auch so,

Christian

dass jeder Manager vorher mit

Christian

jedem Einzelnen diese

Christian

Änderungen bespricht oder Neuigkeiten aus

Christian

der Organisation. Bei uns gibt es

Christian

ein Grundsatz, der sagt, in Meetings gibt es

Christian

keine Überraschung.

Christian

Wenn im Meeting irgendwas verkündet wird,

Christian

wo es eine Überraschung ist, ist es mehr so, im Meeting

Christian

hören das alle nochmal im großen

Christian

Kreis und man guckt sich in die Augen und sagt, ja,

Christian

das ist jetzt das, was hier passiert,

Christian

aber in dem Moment ist es nicht

Christian

oder habe ich auch noch nie was davon gehört.

Christian

Das geht einfach nicht.

Christian

Im Meeting

Christian

werden auch Entscheidungen nicht herbeigeführt.

Christian

Im Meeting wird im Prinzip nur

Christian

von allen dokumentiert mit, ja, wir haben

Christian

diese Entscheidung wahrgenommen. Die soziale Magie

Jochen

ausgeübt, die diese

Jochen

Konstruktion Wirklichkeit werden lässt.

Christian

Richtig, genau. Da haben wir noch einen separaten

Christian

Prozess dazu. Wir drucken dann so Bilder aus

Christian

und stempeln die dann halt, jeder hat so einen kleinen

Christian

Figurenstempel und committet sich da

Christian

indem er da draufstempelt.

Christian

Genau, und das Letzte ist dann halt die Frage

Christian

so, was brauchst du noch für deine

Christian

persönliche Weiterentwicklung hier im Unternehmen?

Christian

Wo fehlt es dir? Wo geht die Reise

Christian

hin? Da gibt es auch ein paar unterschiedliche Prompts

Christian

auf dem Formular, damit man

Christian

halt weiß, okay, das immer mal aufzufrischen,

Christian

immer mal neue Perspektiven einzunehmen von

Christian

dass man mal

Christian

guckt, okay, wie sieht denn deine To-Do-Liste gerade

Christian

aus, ist die zu lang, kommst du klar

Christian

oder dass man halt fragt, wie sieht es denn aus, wie sieht

Christian

das nächste Quartal bei dir aus, wie war denn das

Christian

bei dir mit dem Hausbau, wie ist denn, dass man tatsächlich

Christian

wirklich auch, der Arbeitstag

Christian

ist stressig, man kann sich so ein Kram nicht in jeder

Christian

halben Stunde neu ausdenken

Christian

da gibt einem das halt einfach tatsächlich so ein bisschen Struktur

Christian

dass man so alle Bereiche, die man mit Leuten

Christian

halt, mit denen man ständig zu tun hat, auch

Christian

regelmäßig abklopft, auch wenn es mal ein bisschen mehr

Christian

und viel wird und man es dann nicht halt runterfallen

Christian

lässt.

Christian

Also auch sehr persönlich dann,

Christian

das ist wichtig. Es ist sehr persönlich

Christian

an der Stelle, weil das

Christian

erlebe ich auch immer wieder, wenn du

Christian

dann solche Situationen hast, dass ein Unternehmen

Christian

vor großen

Christian

Herausforderungen steht und Corona ist

Christian

da für alle von uns mit extrem hoher

Christian

Unsicherheit versehen von

Christian

wo geht hier was, wie weiter, wo

Christian

kann im nächsten Jahr, wenn die zweite

Christian

Welle kommt oder sowas, dann bin ich froh,

Christian

wenn ich weiß, dass im Unternehmen zu

Christian

allen Mitarbeitern halt eine gute Beziehung

Christian

besteht, auf der man solche Herausforderungen tatsächlich in

Christian

solchem Rahmen auch gut diskutieren kann.

Christian

Weil das ist nachher das, wo ich dann sagen muss, da kann ich

Christian

mich, ich kriege ein besseres Gespür, wie ich mich darauf

Christian

verlassen kann, wer arbeitet wie, wer

Christian

hat wo welche

Christian

Herausforderungen persönlich gerade, wer ist wo mental

Christian

wie gefordert. Und das sind ja,

Christian

wie Johannes halt meinte, am Ende geht es um die Menschen,

Christian

die diese Aufgaben erlegen müssen.

Christian

Ich kann im Projektmanagement die

Christian

Leute ja nicht als austauschbare Ressourcen behandeln.

Christian

Wenn ich habe Kunden, da

Christian

kriege ich dann manchmal die Krise, die habe ich

Christian

nicht für die Kunden momentan. Keiner meiner Kunden muss sich

Christian

angefangen fühlen.

Christian

Aber ich hatte in der Vergangenheit Kunden,

Christian

die hatten tatsächlich... Wir hatten alle schon mal solche Kunden.

Christian

Ja, die haben tatsächlich angerufen,

Christian

ich glaube mir fein,

Christian

ob ich dann

Christian

in den nächsten vier Wochen noch drei Ressourcen für sie

Christian

hätte.

Christian

Menschen sind unsere

Christian

wichtigste Ressource, sagt man da.

Christian

Ja, nee, hab ich nicht. Nein, Entschuldigung.

Christian

Das klingt wirklich so, also

Christian

wer Menschen als Ressourcen betrachtet,

Christian

der verheizt sie dann auch.

Christian

Ja, und das ist tatsächlich, und ich glaube, wenn man schon von Organisationen sowas wie Führung von dem Ende her denkt und so angeht, dann erledigen sich auch so diverse andere Probleme aus dem Projektmanagement.

Christian

Ja, was du halt versuchst irgendwie im Projektmanagement zu erschlagen, eben durch auch es egal zu machen, wer jetzt eigentlich Dinge tut oder wie viele Leute und ja, es ist halt, kannst es halt nicht alles voneinander trennen.

Christian

Das war jetzt irgendwie ein sehr langer Braindump, sorry.

Johannes

Ich glaube auch, dass da so ein bisschen das Wort einfach falsch ist.

Johannes

Man sagt, man spricht ganz viel über Projektmanagement

Johannes

und tut ganz viel so, als ob die Projekte diejenigen wären,

Johannes

die da gemanagt werden.

Johannes

Aber im Endeffekt ist es ja nicht die Projekte, die gemanagt werden,

Johannes

sondern es sind ja die Menschen, die gemanagt werden.

Johannes

In idealer Weise werden die nicht gemanagt,

Johannes

weil managen hört sich halt so ein bisschen an wie so die Ressourcen

Johannes

oder die Kühe, die im Stall sind, die da managen.

Johannes

Rumschubsen mit der Peitsche, knall.

Johannes

Sondern es ist schon so ein bisschen ein Element von Führung.

Johannes

Man muss die Leute führen, anführen, dazu das zu tun, was richtig ist und was notwendig ist.

Johannes

Es gibt Leute, die können das ganz beeindruckend gut und die erreichen alle ihre Ziele, die sie haben wollen.

Johannes

Und die Leute bleiben alle dabei und die würden alle voneinander durchs Feuer gehen.

Johannes

Und es gibt Situationen bei Kunden, wo die Menschen halt als Ressourcen bezeichnet werden

Johannes

und dann verhalten die sich halt auch wie Ressourcen.

Johannes

Die verhalten sich halt wie der Esel im Stall

Johannes

und sagen, ja, da ist jetzt ein Problem,

Johannes

aber das ist ja zum Glück nicht mein Problem.

Johannes

Und das geht mal eine Weile gut

Johannes

und in großen Firmen geht es auch erstaunlich lange gut,

Johannes

aber irgendwann werden auch die aufgegessen von den Teams,

Johannes

die das besser können.

Johannes

Ja, tatsächlich.

Jochen

Also ich glaube, dass zum Beispiel ein wichtiger Punkt dabei ist,

Jochen

halt so etwas wie

Jochen

die

Jochen

Qualität auch der Dinge,

Jochen

die dann halt, also der

Jochen

Ergebnisse, die halt erzeugt werden, ist halt irgendwie

Jochen

für die Leute, die das machen, ganz wichtig,

Jochen

weil das halt eine Quelle

Jochen

sein kann für

Jochen

warum tut man das überhaupt, hat das irgendeinen

Jochen

Weil selbst wenn das jetzt irgendwie am Markt scheitert oder so, wenn ich das Gefühl habe, ich habe da irgendwas gebaut, irgendein cooles System oder ein Ding, was halt was Tolles tut, dann ist das unter Umständen eine sinnvolle Erfahrung, auch wenn das jetzt am Markt vielleicht irgendwie nicht funktioniert oder so.

Jochen

Und der Markt, wenn man dem Markt das überlässt, das zu steuern, dann ist oft so, dass man quasi als jemand, der das beauftragt oder entwickeln lässt, halt eine gerne Qualität gegen Zeit oder Kosten tauschen würde, weil man sagt, naja, also den Effekt, dass ich durch die geringere Qualität das am Markt ein bisschen schlechter verkaufen kann, der ist lange nicht so stark, wie die Kosten, die ich sparen kann oder lange nicht so stark, wie ich die Zeit.

Jochen

Das Problem dabei ist halt nur, dass man

Jochen

damit das langfristig kaputt

Jochen

macht, genau, und

Jochen

es funktioniert einfach nicht. Und tatsächlich

Jochen

ist es wahrscheinlich besser, irgendwie

Jochen

auf die Qualität zu gehen und zu sagen, okay, langfristig

Jochen

erhöhen wir die Produktivität darüber,

Jochen

dass die Leute halt einfach ihre Profession so

Jochen

beherrschen und das halt können, was sie da machen,

Jochen

dass sie da halt

Jochen

besser sind als andere, die da halt

Jochen

sozusagen immer am Limit

Jochen

arbeiten.

Jochen

Es stimmt halt auch einfach nicht.

Jochen

Es stimmt halt auch einfach nicht. Es gibt

Jochen

viele Beispiele von Produkten, die

Johannes

sehr viel konnten

Johannes

und sehr schlecht und die einfach nicht angekommen

Johannes

sind. Und es gibt auch umgekehrt

Johannes

sehr viele Beispiele von Produkten,

Johannes

die sich halt auf eine Sache

Johannes

reduziert haben und da die

Johannes

Qualität mordsmäßig rausgeholt haben und die

Johannes

in einer ungeheuer schnellen Zeit

Johannes

reingetan haben,

Johannes

die dann sehr erfolgreich geworden sind. Und ich glaube,

Johannes

dass das der zweite Weg ist, der im Projektmanagement

Johannes

oft einfach übersehen wird.

Johannes

Anstatt, dass du viele Sachen schlecht machst, kannst du

Johannes

ja auch wenige Sachen gut machen.

Johannes

Und hast dann trotzdem weniger Zeit

Johannes

verbraucht. Und wenn das

Johannes

die richtigen Sachen sind und wenn du die richtig gut machst,

Johannes

dann kommen die raus.

Johannes

Gmail ist da

Johannes

so ein Beispiel. Das konnte am Anfang gar nichts,

Johannes

aber es hatte halt ein super gutes

Johannes

Interface, so wie die Leute das haben wollten.

Johannes

Und das hatte null Features.

Johannes

Und ein Gigabyte Platz gehabt.

Johannes

Ja, und ein Gigabyte Platz gehabt. Okay, gut.

Johannes

Das ist natürlich eine Eigenschaft, die ist sehr schwer nachzustellen,

Johannes

wenn man noch in Megabyte denkt.

Johannes

Aber die haben sich

Johannes

einfach auf diese Kernfeatures konzentriert

Johannes

und haben die so exzellent gemacht, dass die

Johannes

fehlenden anderen Features völlig egal waren,

Johannes

weil die Kernfeatures schon da waren.

Johannes

Und da ist dann eben die Qualität drin,

Johannes

in diesem kleinen Bereich,

Johannes

der

Johannes

dann überzeugt. Auch das kennt

Johannes

man unter einem bekannten

Johannes

Wort, und das heißt halt hier MVP, Minimum Viable

Johannes

Product, macht die Sachen so

Johannes

gut, wie sie sein müssen, dass der Markt die

Johannes

akzeptiert, aber nicht mehr. Ja, aber das ist

Dominik

ja eben nicht Qualität

Dominik

unbedingt.

Christian

Doch, weil du halt eine kleinere Menge hast und dort bringst du die akzeptabel, das würde ich nicht unterschätzen, akzeptable Qualität heißt nicht scheiße.

Dominik

Genau, die notwendigen Bedürfnisse empfüllst du ja gerade, die gerade so notwendigen, dass das genau dein Bedürfnis befriedigen kann.

Christian

Genau, genau und es geht ja auch daran, deswegen ich würde dort auch, auch da würde ich wieder aus Komplexitätsperspektive für eine flexiblere Sichtweise plädieren.

Christian

Wenn ich zum Beispiel fünf Experimente gleichzeitig mache, dann will ich die Qualität runterschrauben. Dann will ich die Qualität gerade so haben, dass ich möglichst schnell eine Info kriege, ob ich überhaupt in die richtige Richtung laufe. Wenn ich noch gar nicht mal weiß, ob das, was ich baue, überhaupt Sinn hat oder überhaupt funktioniert, lohnt es sich nicht, von vorne bis hinten irgendwie alles durchzupolieren.

Christian

Im Gegenteil, das ist verschwendete Zeit, weil dann kriege ich die Info nicht und das Geld, was ich hätte, um es eigentlich richtig zu machen, ist dann weg. Das ist auch manchmal, wenn ich mich mit jemandem reibe, der eher aus dieser Ingenieursdenke kommt, dann gibt es manchmal diesen blöden Spruch, der mir an den Kopf kommt, das ist dieses, there is always time to do it twice, but never to do it right.

Christian

Und es ist halt Bullshit, weil es voraussetzt, dass das, was ich einmal richtig mache, das Richtige ist, was ich mache. Und dann habe ich mir aber halt tatsächlich dann sowohl die Zeit als auch das Geld verballert, anstatt halt noch einen Versuch zu haben oder eben erstmal was Halbes zu bauen, um dann hinzugehen, ja, jetzt war es richtig und jetzt gehen wir hier volle Kanne rein.

Christian

Also deswegen da so einen flexibleren Ansatz um dieses Dreieck ist ja eben auch nicht gedacht von, ja es muss alles, man muss sich als Unternehmen oder als Projekt entscheiden, ob dieses Dreieck jetzt auf Zeit, auf Qualität oder auf Funktionsumfang achtet, sondern die Frage ist eher, was ist denn heute gerade unser Fokus?

Christian

Um dann zu wissen, okay, wenn wir uns jetzt auf Funktion konzentrieren wollen oder auf Zeit, sagen wir, wir wollen uns auf Zeit konzentrieren, um schnell zu ergeben zu sein, wissen wir, wir müssen Abstriche bei Qualität und bei Funktionsumfang machen.

Dominik

Manchmal muss man einfach auch noch was draus machen.

Christian

Ja, und jetzt kann ich aber eine bewusste Entscheidung draus machen. Das ist ein Werkzeug, um Entscheidungen zu treffen und nicht ein Ding, um sich davor zu stellen, zu sagen, das ist halt so.

Christian

Ja, was leite ich denn draus ab, wenn ich sage, jetzt muss ich weniger Qualität machen?

Dominik

Aber ja, also overengineert kann auch ein Nachteil sein, glaube ich.

Dominik

Also ich glaube quasi täglich, ich weiß nicht.

Dominik

Das ist für einen persönlich als Entwickler wahrscheinlich sehr wichtig

Dominik

und halt für Retention irgendwie.

Dominik

Aber so in so einem Projekt, wenn ich jetzt dafür sorge,

Dominik

dass das alles super funktioniert,

Dominik

aber vielleicht nicht mehr so variabel oder flexibel ist

Dominik

oder so schnell austauschbar ist,

Dominik

dann mache ich mir vielleicht auch Probleme, die ich ...

Dominik

Qualität ist ein sehr flexibler Begriff.

Dominik

Das bedeutet nicht nur, dass alles schnell gut ist,

Dominik

sondern das bedeutet, dass es so sein soll.

Dominik

Ja, wer definiert das?

Christian

Genau. Für mich aus Operations-Perspektive bedeutet Qualität zum Beispiel, dass ich möglichst viele Dinge, möglichst ohne mir Gedanken zu machen habe, einfach wegschießen kann und die kommen danach halt schon irgendwie wieder. Ja, das ist für mich ein Qualitätsaspekt. Wenn ich aber gerade erst evaluiere, ob das Zeug inhaltlich überhaupt sinnvolle Dinge tut, nein, dann brauchst du es noch nicht so weit gebracht zu haben.

Christian

Wichtig ist aber eben zu sagen, man weiß, dass Code halt flexibel ist und ich glaube, viele Leute fallen ja auf die Sunk-Coast-Fallacy rein, also dass nur weil ich in etwas schon Zeit und Geld gesteckt habe, darf ich jetzt nicht aufhören, noch Zeit und Geld reinzustecken oder im Gegenteil, ich darf es nicht wegwerfen, das ist halt noch viel schlimmer.

Christian

Und der Trick ist aber, Code ist zum Wegwerfen da.

Christian

Code steht immer zur Disposition.

Christian

Ich tue mich da auch schwer,

Christian

weil wenn ich mal schönen Code geschrieben habe, dann will ich nicht,

Christian

dass der weggeht, weil, oh, das ist mein Code.

Christian

Aber gleichzeitig...

Christian

Ja, genau, genau.

Christian

Ich habe den Code mal umformatiert.

Christian

Ah!

Christian

Jede Zeile neu committed,

Christian

damit auch die History weggeht.

Christian

Ja, genau.

Christian

Und den...

Christian

Das ist aber tatsächlich...

Christian

Es ist ja nur ein Hilfsmittel, Code ist immer nur das Hilfsmittel, um zu ermitteln, um auszudrücken, was ist gerade unser Verständnis von, wie soll das hier alles funktionieren und dann muss ich ihn halt wieder aufreißen, wenn ich festgestellt habe, der war jetzt falsch.

Christian

Und ich mache es aber tatsächlich so, da geht es dann halt sehr weit runter in diesen ganzen Code as a Craft zum Beispiel. Abstraktion kommt bei mir wirklich erst, wenn ich weiß, was ich überhaupt tue. Ich bin sogar beim Refactoring so, dieses Dry-Prinzip mit Don't Repeat Yourself, das hat eine Falle.

Christian

Viele Informatiker und Ingenieure meinen, das bedeutet, wenn ich etwas das zweite Mal aufschreibe, muss ich es verallgemeinern.

Christian

Und das Problem ist, du kannst es auch mathematisch betrachten als Verallgemeinerung ist eine Extrapolationsfunktion.

Christian

Und je weniger Datenpunkte ich extrapoliere, desto falscher extrapoliere ich.

Christian

Und im Prinzip, wenn ich halt anfange, während ich die zweite Instanz eines Codeschnipsels schreibe, der sehr ähnlich aussieht wie der erste,

Christian

und dann schon extra, und dann schon abstrahiere,

Christian

dann extrapoliere ich im Prinzip von einem

Christian

Datenpunkt. Das kann halt

Christian

alles sein. Das ist dann aber Yagni, oder?

Christian

Your arm gonna be the...

Christian

Ja genau, das kann man

Christian

gut als Gegengewicht machen. Und ich mal hab mir

Christian

angewöhnt, frühestens beim dritten Mal,

Christian

wenn ich irgendwie so einen Junk von

Christian

5, 6, 7, 8, 10 Zeilen

Christian

wiederhole, ich lade

Christian

frühestens beim dritten, eher beim vierten Mal

Christian

dann zu gucken, was ist denn hier wirklich

Christian

eigentlich das, was hier gemeinsam ist.

Christian

Und ich schreibe es ganz bewusst auf und ich

Christian

muss mich manchmal dazu prügeln und sagen, nein, du schreibst

Christian

es jetzt nochmal auf. Fängst noch nichts an zu

Christian

abstrahieren.

Christian

Ja, das hat ja auch eine gewisse

Christian

Freude, wenn man so eine

Christian

Abstraktion gefunden hat. Egal, ob man die dann nur

Christian

einmal aufruft oder viermal.

Christian

Das ist

Johannes

da so ein Problem da drin. Ich mache das gerne.

Johannes

Ich schreibe gerne eine Funktion, die alles

Johannes

kann und die alle

Johannes

Parameter hat, die an genau einer

Johannes

Stelle aufgerufen wird mit konstanten Parametern.

Johannes

Ja, genau.

Johannes

Auch das sind ja Entscheidungen,

Christian

die dich dann nachher eher auch unflexibel machen.

Christian

Weil wenn du das dann wieder umbauen willst,

Christian

musst du plötzlich die Absorption wieder ausbauen

Christian

und das ist auch was, das passiert viel seltener.

Christian

Ja, genau.

Christian

Und deswegen ist Erweiterbarkeit,

Christian

Code, der nicht existiert,

Christian

ist am allererweiterbarsten.

Christian

Ja, wobei ich sagen muss,

Jochen

es ist halt nie so einfach.

Jochen

Es gibt auch wieder das Gegenteil.

Jochen

Was mir zum Beispiel tatsächlich

Jochen

Also dieses, ich habe das manchmal, wenn ich so auf Code gucke und denke mir so, nee, das muss irgendwie anders sein, dann mache ich das jetzt nicht so, dass ich irgendwie darüber nachdenke, quasi, ja, ich zeichne mir nicht erst ein Diagramm, sondern es ist so ein gewisses ästhetisches Gefühl.

Jochen

Das ist so wie, weiß ich nicht, wenn man Musik macht oder einen Satz formuliert oder so, dann fühlt sich das manchmal richtig an und manchmal nicht. Und diese ästhetische Komponente kann einen auch dazu bringen, überhaupt erst ein Problem auf eine sinnvolle Art irgendwie anzugehen.

Jochen

Also das habe ich auch oft, dass mich sozusagen mein Sinn für Ästhetik irgendwie dann zu einer Lösung führt, wo ich sie am Anfang gar nicht gesehen hätte, sondern ich habe nur aus einer ästhetischen Motivation heraus irgendwas umgestellt und dann stelle ich plötzlich fest irgendwann so, ach, das löst das Problem ja.

Jochen

Und insofern kann auch irgendwie reine, ich meine, ohne dass man jetzt vorher schon weiß, wohin das führt, irgendwie ästhetisch motivierte Code-Umformatiererei, die kann einen natürlich auch ins Verderben führen, das stimmt. Oder halt zur Lösung. Tja, keine Ahnung, was man sagen soll.

Jochen

Das ist die Tagline dieser Episode, oder?

Jochen

Es ist alles nicht so einfach.

Jochen

Das Spannende dabei ist aber ja zum Beispiel,

Christian

du aktivierst damit halt eins deiner kognitiven Systeme,

Christian

gerade halt eher so das auf Pattern-Matching basierte,

Christian

wo du halt eben nicht eine kausal hergeleitete Kette hast,

Christian

von warum du jetzt diese eine Änderung führst,

Christian

sondern du sagst, irgendwann mein Bauchgefühl ist komisch

Christian

und das ist ja der Teil von, das ist der Craftsmanship.

Christian

Also ein guter Handwerker, der viel Erfahrung hat,

Christian

Der kann dir manchmal noch nicht genau sagen, warum das jetzt eine schlechte Idee ist, aber wir machen es jetzt mal anders.

Christian

Und in dem Moment, wo er dann fertig ist, ist er, aha, ja genau da drüben, das da.

Christian

Das kann er dir aber vorher nicht sagen und das Bauchgefühl und die Erfahrungen sind aber wertvoll.

Christian

Und er wird natürlich währenddessen beobachten, ob seine Schleife, die er da gerade dreht, jetzt tatsächlich richtig ist oder nicht.

Christian

Der wird auch wieder zurückgehen und sagen, nee, ach Mist, war jetzt irgendwie falsch.

Christian

Und wichtiger ist aber eben, das ist ja genau diese Art von Flexibilität, um die es bei Agilität ja auch geht, um dieses Responding to Change.

Christian

Du gehst mit einer Annahme da rein, fängst an zu arbeiten,

Christian

stellst fest, nee, so nicht, ach doch so, aber nee, jetzt eher hier drüben.

Christian

Also ein Freund von mir hat halt auch so einen Projektablaufplan

Christian

immer wieder mal für Kunden, ein relativ bekannter Comic,

Christian

wo du sagst, wo ist unser Startpunkt, wo ist unser Zielpunkt?

Christian

Und die meisten Leute denken halt, du läufst jetzt diesen geraden Weg

Christian

von A nach B ab.

Christian

Der ist aber, und so versucht auch viel Projektmanagement zu sagen,

Christian

so, wir sortieren das jetzt alles mal so,

Christian

dass wir diesen Weg hier gerade durchlaufen können.

Christian

Das Problem ist nur, wenn man das als eine Landschaft betrachtet, so als so eine Karte von wie du dich in der Welt orientierst, dann ist dieser Weg nicht unbedingt sinnvoll, weil dazwischen sind irgendwie drei Sümpfe mit Alligatoren und ein riesengroßer Berg und eine riesengroße Schlucht und um das irgendwie, um das so zu queren, ist völlig bekloppt und es wäre viel einfacher, erstmal ein bisschen nach links zu laufen, dann nach oben und siehe da, hier ist ein Aufzug, aha und hier ist eine Straße und da ist ein Taxi-Service und jetzt sind wir schon da.

Christian

Deswegen sieht ein Projekt halt manchmal eher so aus,

Christian

dass man halt so tausend schleifen und rechts und links

Christian

und das ist aber tatsächlich der in Summe

Christian

energetisch bessere Weg, als zu

Christian

versuchen, es von vorne nach hinten durchzuprügeln

Christian

mit so einem abgeschlossen definierten Punkt.

Christian

Weg.

Dominik

Das ist ja ein großes Abenteuer

Dominik

auf einer Landkarte.

Dominik

Kompass ist kaputt. So sind Projekte.

Dominik

Ja, genau.

Christian

Und man darf das halt nicht wegmachen.

Christian

Ich glaube, der Fehler im Projektmanagement ist, wenn man versucht, das

Christian

wegzumachen, dass das nicht passiert.

Christian

Weil dann fehlen dir diese ganzen

Christian

eigentlichen Erkenntnisse da drin.

Jochen

Ja, und das wird aber auch dann versucht.

Jochen

Man sagt halt so, die Karte ist das

Jochen

Gebiet und dann, ja.

Jochen

Ja, weil wenn du halt erwartest,

Dominik

dann holt man halt den großen Bohrer und dann geht man halt durch.

Dominik

Also auch hier wieder

Christian

nochmal, also ich muss selber ein bisschen korrigieren.

Christian

Wenn du in einer

Christian

bekannten Domäne arbeitest, ist das

Christian

legitim. Wenn deine Aufgabe ist, du sollst

Christian

von A nach B und der Deal ist,

Christian

du befindest dich in Deutschland, in

Christian

München und sollst mit dem Auto nach Berlin

Christian

fahren, dann holst du halt nun mal die blöde

Christian

Karte raus, guckst, wo die Autobahnen sind, guckst,

Christian

wo der Stau ist und dann fährst du halt.

Christian

Wenn aber

Christian

die Aufgabe ist,

Christian

wir wollen heute ein schönes Picknick

Christian

machen, da drüben ist eine Wiese,

Christian

wo ist denn hier der schönste Punkt

Christian

zum Picknicken, dann kann ich halt die Karte

Christian

nicht raus und dann muss ich anfangen loszulaufen

Christian

und dann kann ich mich nicht nur auf den bekannten Wegen

Christian

bewegen und dann ist mein Werkzeug auch ein anderes.

Christian

Dann muss ich irgendwie mir die Gummistiefel anziehen

Christian

und damit rechnen, dass hier irgendwie

Christian

noch irgendwo plötzlich ein Schaf um die Ecke kommt

Christian

und ein Hund und ich irgendwie in ein

Christian

Loch trete, das ist halt was anderes.

Christian

Da brauche ich halt Regeln und

Christian

Verhaltensweisen, die mir erlauben, mich in unbekannten

Christian

Gebieten zu bewegen und mich darauf einzustellen, was hier eigentlich gerade

Christian

passiert. Und das ist

Christian

kategorisch anders,

Christian

aber eben situationsabhängig, legitim oder

Dominik

auch nicht. Aber bekannte Probleme

Dominik

kann man ja anscheinend dann doch mit einem Wasserfall erschlagen.

Dominik

Natürlich.

Jochen

Ja, aber wenn es ein bekanntes Problem ist,

Jochen

warum entwickelt man dann Software? Dann nimmt man einfach

Jochen

irgendwie, keine Ahnung, SAP. Warum gibt man dann Software neue?

Jochen

Die gibt's ja dann schon. Die gibt's ja dann schon. Ja, genau.

Jochen

Im besten Fall.

Christian

Also auch da kann's Gründe geben,

Christian

die alte Software ist zu alt, im Sinne von der Compiler

Christian

geht nicht mehr, die Firma ist weggeseitigt.

Christian

Aber dann kannst du's auch so angehen. Dann kannst du auch

Christian

sagen, wir setzen uns jetzt hin, wir programmieren das jetzt

Christian

nochmal so runter. Ist ja kein Problem, dann macht man

Christian

das halt.

Christian

Es gibt ja auch Ansätze, die sagen, du sollst

Christian

Teil 2 machen. Musst halt zweimal machen.

Christian

Das erste Mal weißt du noch nicht, wie's geht und beim

Christian

zweiten Mal weißt du halt, wie's geht und deshalb musst du's zweimal

Christian

machen. Ist auch eine

Johannes

legitime Methode, nur da verlierst

Johannes

du halt das, was der Christian die ganze Zeit schon

Johannes

sagt. Meistens

Johannes

weißt du ja gar nicht, wo du hin willst. Oder meistens

Johannes

weißt du ja gar nicht,

Johannes

ob das der richtige Ort ist, an den du gehst.

Johannes

Meistens weißt du gar nicht, ob es diese Lösung gibt,

Johannes

die du haben möchtest. Auch wenn du sie erreicht

Johannes

hast, weißt du nicht, ob es die gibt oder

Johannes

ob es die richtige ist. Und es dann nochmal zu

Johannes

programmieren, macht dir sicherlich, oder nochmal zu

Johannes

entwickeln, macht sicherlich das Produkt

Johannes

besser, aber ob das das richtige Produkt ist, weißt du

Johannes

dann immer noch nicht. Ja,

Jochen

Ja, auch ein schönes Phänomen, auf das man dann halt

Jochen

irgendwie so in der Praxis auftrifft, ist dann

Jochen

irgendwie, ich weiß nicht, ob das jetzt, aber das

Jochen

ist da auf jeden Fall auch nah dran, irgendwie

Jochen

Second System, irgendwie.

Jochen

Oh ja, das ist dann der Gegenteil.

Johannes

Wenn du es beim zweiten Mal machst, dann baust du alles ein, was

Johannes

du dir beim ersten Mal ausgedacht hast.

Christian

Und da kommen die, und da kommen

Christian

ja die Agile Methoden halt im Prinzip

Christian

ins Spiel, dass du eben nicht sagst,

Christian

ich mach da Second System draus, sondern das ist halt

Christian

im laufenden Projekt, diesen Modus

Christian

wechseln kannst und so, weil wir Unitests

Christian

haben und weil wir dies haben und weil wir jenes

Christian

haben, weil wir mit unserem Code flexibel umgehen und weil

Christian

es Common-Code-Ownership ist.

Christian

Deswegen können wir jetzt den Code,

Christian

in der vielleicht noch nicht Qualität wir haben wollen,

Christian

im laufenden Betrieb sukzessive umbauen.

Christian

Und das halt, Komplexität

Christian

erfordert auch einen granularen Blick auf die Welt,

Christian

dass du halt immer wieder mal kleinere Einheiten,

Christian

größere Einheiten anguckst und dann zu sagen so,

Christian

das Subsystem da drüben hat sich jetzt stabilisiert,

Christian

da räumen wir die Qualität jetzt auf, da drüben

Christian

experimentieren wir noch. Es muss halt keine Blanko-Entscheidung

Christian

für alles sein.

Johannes

Ja, gleichzeitig kannst du ja aber auch

Johannes

das Ziel nachführen. Das ist so ein

Johannes

so dieser andere Aspekt

Johannes

der agilen Entwicklung,

Johannes

dass du zwar die Software, die du entwickelst,

Johannes

so gut wie es geht entwickelst, aber

Johannes

dass du ja erst nach und nach rausfindest,

Johannes

was du überhaupt für Software entwickeln musst, was du überhaupt

Johannes

erreichen möchtest. Und das

Johannes

kannst du natürlich nur dann nachziehen,

Johannes

wenn du die Flexibilität hast, das Ziel

Johannes

zu verändern. Wenn du die Flexibilität

Johannes

hast zu sagen, okay, der Plan,

Johannes

den wir uns zurechtgelegt haben, das ist der perfekte

Johannes

Schlachtplan und den können wir so durchziehen,

Johannes

aber der bringt uns nichts.

Johannes

Dann haben wir hinterher ein Produkt, was

Johannes

egal ist und das findest du raus, während du es machst, das findest du raus, wenn du es released hast und deshalb sind da diese ganzen Sachen drin, Release Early, Release Often, Break Things, Fail Fast, diese ganzen Sachen, die sind nicht dafür da, um die Qualität des Produktes zu verbessern, sondern die sind dafür da, den Product Fit zu verbessern, die sind dafür da, ein besser passendes Produkt zu finden, was du vorher nicht wissen kannst.

Johannes

Du kannst vorher nicht wissen, was der Kunde

Johannes

haben möchte, wenn du es nicht ausprobiert hast.

Johannes

Selbst wenn du selber der Kunde bist,

Johannes

kannst du es nicht vorher

Johannes

wissen. Und das ist uns allen schon mal so gegangen,

Johannes

dass wir uns überlegt haben, oh, da muss ich jetzt eine Library für

Johannes

irgendwas schreiben. Und dann hast du es geschrieben

Johannes

und hast gemerkt, das ist ja ein Quatsch und hast es weggeschmissen

Johannes

und hast nochmal neu angefangen und gemerkt,

Johannes

ich brauche was anderes.

Johannes

Wie

Christian

war Einstein, das ja sagte, wenn wir

Christian

wüssten, was wir tun, wäre es keine Wissenschaft.

Christian

Und

Christian

Und es ist tatsächlich spannend, weil wir halt jetzt in einem Feld sind, wo man das halt dieses, wir wissen eigentlich nicht, was wir tun, aber wir haben halt Handwerkszeug und wir können das operationalisieren, wir können das halt im laufenden Geschäft machen.

Christian

Ich kann, das ist total merkwürdig, wir sind jetzt an einem Punkt, wo ich halt sagen kann, ja lieber Kunde, ich baue dir jetzt da halt auf Systemebene, auf einer Infrastrukturebene noch irgendeine neue Lösung ein und ich liefere dir, und zwar jetzt in einer halben Woche mal hingestrickt und dann nehmen wir das live in Betrieb und dann hast du da irgendwie 99,5% SLA auf diesem Ding drauf.

Christian

mit Garantie, weil ich weiß,

Christian

dass wir ausreichend flexibel sind, ausreichend

Christian

kleine Änderungen haben und das ganze Handwerkszeug

Christian

halt eben belastbar ist.

Christian

Wer würde denn heutzutage irgendwie ein Haus

Christian

kaufen, also bauen,

Christian

ich habe jetzt ja gerade saniert,

Christian

wo der Dachdecker sagt, ja, ich baue dir das

Christian

jetzt erstmal hin und dann müssen wir ein halbes Jahr

Christian

lang warten, ob es zusammenstürzt oder nicht.

Christian

Und der ist halt in der Lage,

Christian

mit seinem Handwerkszeug zu sagen,

Christian

während das Projekt, der war einfach sehr gut, der Dachdecker

Christian

hier, währenddessen man hier halt

Christian

sagen kann, während der Dach rumfummelt noch, du können

Christian

mal da drüben noch umbauen und da noch umbauen, ich brauche das eigentlich anders

Christian

und wir haben festgestellt, der Plan so geht nicht

Christian

und ein guter Dachdecker sagt dann, ja,

Christian

das ist anders, da drüben so und so und so

Christian

und der weiß halt, wo seine Grenzen sind,

Christian

wo man das halt gut umsteuern kann.

Christian

Ich muss glaube ich langsam

Christian

die Endrunde einleiten,

Christian

ich bin übernächtig

Christian

von den letzten zwei.

Christian

Die Diskussion wird auch langsamer.

Christian

Dafür nimmst du natürlich beim

Christian

Dachdecker halt die Ineffizienz in Kauf,

Christian

dass du erst was baust, was du dann wieder wegbaust.

Christian

Aber es ist einfach notwendig.

Christian

Du kannst nicht vorher wissen, wie es ausschaut.

Christian

Es ist wichtiger, das unterwegs zu merken.

Christian

Deswegen war ich halt, also die Bauherren,

Christian

kann ja immer keiner leiden, der schnell auf der Baustelle ist,

Christian

aber ich habe die Elektrik bei uns gemacht.

Christian

Insofern nimmt man mich dann halt auch ernst,

Christian

wenn ich da halt eh in der Arbeitshose rumhänge.

Christian

Und dann kann ich halt unterwegs die Entscheidung treffen.

Christian

Und ja, das war etwas teurer,

Christian

aber in vielen Fällen gar nicht so viel teurer,

Christian

als wenn man feststellt, jetzt ist es fertig,

Christian

jetzt müssen wir uns nochmal aufreißen. Das ist halt

Christian

prohibitiv. Genau, das ist halt genau die Sache.

Christian

Wenn du

Christian

eine Veränderung

Christian

früher bemerken kannst,

Christian

dann musst du sie früher reintun.

Christian

Das spart Kosten.

Christian

Und je früher du sie

Johannes

bemerken kannst, umso früher

Johannes

solltest du versuchen, sie zu bemerken. Das ist

Johannes

so generell dieses,

Johannes

das generelle

Johannes

dahinterstehen, oder? Dass du die Änderungen, die du

Johannes

machen musst, so früh wie möglich

Dominik

bemerkst. Information, Information,

Jochen

Information. Ich hätte noch

Jochen

so eine Idee, was man vielleicht noch am Schluss machen

Jochen

könnte. Ich meine, damit das auch irgendwie außer

Jochen

so ganz luftigen

Jochen

Gedanken ein bisschen

Jochen

Content bekommt.

Jochen

Was gibt es denn so für Tools oder so, die man

Jochen

benutzen kann? Habt ihr positive Erfahrungen mit

Jochen

irgendwas gemacht?

Jochen

Auf die letzten drei Monate,

Jochen

wo wir uns doch alle

Jochen

mehr mit Tools beschäftigt haben, weil

Jochen

bestimmte Sachen einfach nicht mehr so gehen.

Jochen

Also ich habe

Johannes

in den letzten drei Monaten sehr viel mit GitLab

Johannes

gearbeitet und

Johannes

das geht so ein bisschen

Johannes

daran, was der Christian vorhin erzählt hat.

Johannes

Das

Johannes

Ticketboard in GitLab, das ist

Johannes

sehr, sehr lightweight. Das ist im Wesentlichen,

Johannes

wenn man es so benutzen möchte, eine To-Do-Liste, die man

Johannes

hoch und runter ziehen kann und rechts und links

Dominik

verschieben kann. So ein Kanban-Board fast, ne?

Dominik

Ja, aber auch an einem Kanban-Board

Dominik

hängst du ja normalerweise nur die

Johannes

Überschriften hin und im GitLab, wenn du es so

Johannes

verwenden möchtest, sind es einfach nur erst mal

Johannes

die Überschriften.

Johannes

Man kann da natürlich dann auch

Johannes

ganze Tickets draus machen, aber so dieses

Johannes

einfache

Johannes

hier ist was zu tun und hier ist ungefähr

Johannes

die Reihenfolge, in der es wichtig wäre,

Johannes

das reicht schon aus.

Johannes

Das ist sehr, sehr lightweight.

Johannes

Das ist sehr

Johannes

wenig

Johannes

Steuerung, aber die Steuerung kommt dann

Johannes

halt von unten, von denen, die es machen.

Johannes

Da sagen, okay,

Johannes

dieses eine Ticket ist zwar

Johannes

höher eingetragen, aber das andere

Johannes

geht schneller oder das andere

Johannes

erleichtert mir das Leben oder das andere

Johannes

bin ich jetzt gerade in der Stimmung dafür.

Johannes

Auch das ist was, was in Agile

Johannes

vorkommt, der Unterschied zwischen Push und Pull,

Johannes

wo du eben nicht von oben

Johannes

vorgibst, was getan wird und in welcher Reihenfolge,

Johannes

sondern wo du sagst, hier sind die Dinge, die erledigt werden

Johannes

müssen und von unten

Johannes

die Leute, die es machen, die sagen dann, okay, jetzt mach ich

Johannes

das und dann das und dann das und dann das.

Johannes

Das hat da sehr gut

Johannes

funktioniert.

Johannes

Das war sehr angenehm.

Johannes

Also die GitLab-Issues

Johannes

und GitLab-Boards

Johannes

haben für mich genügend Flexibilität,

Johannes

um einen sehr angenehmen Arbeitsmodus

Johannes

zu erreichen.

Johannes

Mir geht es ähnlich.

Christian

Ich mag das, wenn Systeme auch so duale

Christian

Benutzungsmöglichkeiten haben.

Christian

Also wir sind momentan bei uns

Christian

jetzt mehrere Jahre

Christian

Fogbox benutzt.

Christian

Das ist ein System, was

Christian

auch einer der Internet-Urgesteine

Christian

von Joel Spolsky und so

Christian

und

Christian

mit dem Werkzeug sind wir sehr

Christian

happy. Die haben leider, die haben dieses Produkt

Christian

an ein separates Unternehmen verkauft und seitdem ist

Christian

vor einem Jahr hätte ich noch

Christian

irgendwie gesagt, hurra, hurra, hurra, kauft das

Christian

bitte alle und jetzt würde ich sagen, fuck, wir müssen davon weg,

Christian

weil die halt einfach echt,

Christian

das bricht alles zusammen.

Christian

Ist das nicht an Atlassian verkauft worden?

Christian

Nee, das war Trello.

Christian

Trello, ja, genau.

Christian

Aber ist ja eine ähnliche Geschichte.

Christian

Trello ist auch ein Joel-Tool,

Christian

Genauso wie Stack Overflow halt. Und was die sehr gut gemacht haben, ist tatsächlich dieses ganze, den Bedienungsflow, zumal zwischen Ticket, also dass du so unterschiedliche Repräsentationen von Listen, Trees und so einem Kram haben kannst und die haben schon sehr zeitig ein sehr fluffiges User Interface gehabt, was sich extrem schnell bedient.

Christian

Und ihnen war wichtig in der Abgrenzung zu Jira, das war ja lange Zeit eine harte Konkurrenz, Jira ist ihnen dann davon gelaufen, was die Marktanteile anging, dass sie gesagt haben, wir wissen, wie die Workflows sind, wir haben hier eine Meinung, wie gute Workflows und gutes UI funktioniert und das war dann die Abgrenzung zu Jira im Sinne von, ja mit Jira kannst du alles machen, es hat halt keine Meinung, es hat halt keinen Arsch in der Hose und es ist halt dann häufig völlig zerkonfiguriert und völlig kaputt.

Christian

Das hat uns an dem gefallen, plus die haben auch eine Integration mit E-Mail, wo du ein wirklich hochwertiges Support-Tool gleichzeitig drin hast und du musst dich bei einem Ticket nie entscheiden, ob das jetzt mit Kundenkommunikation oder interner Kommunikation ist.

Christian

du kannst jederzeit dazwischen im Ticket sagen,

Christian

du bist jetzt ein Mitkunde oder ohne Kunde

Christian

Ticket und ich habe die Historie und ich kann genau

Christian

sehen und sie haben einen richtig guten

Christian

E-Mail-Client dann auch sozusagen so mit

Christian

eingebettet, dass sich das auch anfühlt, wie ich schreibe jetzt

Christian

eine Kunden-E-Mail und der kann das dann irgendwie sehen

Christian

und gleichzeitig kannst du dann Kanban-Boards

Christian

ziehen, also das war eigentlich alles

Christian

sehr fluffig, wir orientieren uns

Christian

gerade Richtung Odoo,

Christian

das ist so ein Open-Source

Christian

eigentlich Enterprise-Resource-Management-Ding,

Christian

die haben aber

Christian

im Prinzip sozusagen alles in Boards

Christian

gepackt, sämtliche Arten von Ressourcen

Christian

kannst du immer in irgendwie

Christian

Boardsichten oder Listen oder

Christian

die haben so einen abgefahrenen

Christian

Excel-Roundtrip-Export. Kannst du sozusagen

Christian

irgendeine Query von irgendeiner Ressource

Christian

als Excel ziehen, im Excel bearbeiten,

Christian

das Excel wieder hochladen und er zerpflückt das

Christian

wieder und macht dann die Änderungslisten draus,

Christian

die du im UI hättest machen wollen.

Christian

Hört sich krass an.

Jochen

Ja, finde ich so schwierig.

Jochen

Ja, du müsst eigentlich...

Jochen

Aber das ist bestimmt nicht so schwierig,

Christian

das ist meistens der Weg ins Verderben.

Christian

Das kann doch nicht so schwer sein.

Christian

Ich mach das noch schnell fertig.

Christian

Ja, also da gucken wir uns gerade

Christian

so ein bisschen um.

Christian

Ansonsten muss man, finde ich, mit den Boards,

Christian

wenn man so über Boards nachdenkt, muss man immer dran denken,

Christian

Kanban, das hat man jetzt als Methodik

Christian

noch nicht angerissen,

Christian

aber diese Flow-orientierten Sachen,

Christian

Die gehen im Prinzip davon aus, dass die Einheiten homogene Größen haben.

Christian

Wenn du dir dein Arbeitszeug zurechtlegst und über Flow managen möchtest,

Christian

dann musst du im Prinzip Dinge tun, die vorhersagbare und ähnlich große Items haben,

Christian

weil du sonst ständig in den Head-of-Line-Blocking kommst.

Christian

Dann gibt es plötzlich das eine fette Ding, was du jetzt angefangen hast und fertig machen musst

Christian

und es sitzt da mittendrin und es geht nicht voran und dann hast du irgendwie dieses Work-in-Progress-Limit,

Christian

das heißt ein anderes darf jetzt auch nicht rein und dann kommen wieder diese starren Regeln zu Trage

Christian

und dann lässt du die Regeln aber sein,

Christian

dann explodiert sie wieder auf eine andere Art

Christian

und plötzlich hast du halt wieder Ticket-Chaos.

Christian

Ja, ja, du müsstest sie ja alle zerlegen.

Christian

Ja, nee, das Problem ist,

Christian

Flow-Systeme wie hier Toyota Production System

Christian

und solche Sachen,

Christian

die sind halt produktionsorientiert.

Christian

Mach mir bitte 20 Prios.

Christian

Ja, und das ist was anderes als,

Christian

oh, erfinde bitte ein neues KI-System,

Christian

was irgendwie, was ist denn das für ein Ticket?

Jochen

Ja, würde das eine Rolle

Jochen

spielen, ob das irgendwie Python-basiert ist oder nicht?

Jochen

Weil es gibt da so ein Ding, das halt auch so

Jochen

ein bisschen sich, glaube ich, was die Komplexität angeht,

Jochen

so zwischen irgendwie Trello und

Jochen

Jira irgendwie ansiedelt.

Jochen

Tiger, das ist halt

Jochen

Jungle-Rest-Framework und

Jochen

irgendwie sah ganz nett aus.

Jochen

Ich habe es mal irgendwie installiert und da so ein bisschen

Jochen

mit rumgespielt, aber habe es dann

Jochen

auch nicht weiter verfolgt, weil, naja, gut.

Jochen

also so beruflich

Jochen

ist es auch momentan eher so GitLab und Jira

Jochen

irgendwie, sind die Geschichten,

Jochen

die ich verwende da.

Jochen

Ich finde, bei den

Jochen

Tools ist es egal. Ja, es ist auch ein bisschen egal,

Jochen

wie die geschrieben sind, solange die gut funktionieren.

Jochen

Ich habe mal Tiger versucht zu installieren und habe es

Jochen

nicht hingekriegt und da hatte ich dann keine Lust mehr drauf.

Jochen

Tiger hatte ich weggelegt,

Christian

weil die, also wir haben eine

Christian

relativ lange Historie, wir hatten irgendwie alles.

Christian

Hat noch jemand einfach Whiteboards

Christian

mit so normalen Post-its?

Christian

Ihr macht ja auch 4 Teams

Christian

und jedes probiert was aus und dann habt ihr irgendwann mal

Christian

alles aus.

Christian

Also 1999 hatten wir angefangen

Christian

mit Bugsilla, glaube ich.

Christian

Dann haben wir irgendwann den Request-Tracker gehabt.

Christian

Dann haben wir Redmine gehabt.

Christian

was haben wir noch? Was hat man noch so gehabt?

Christian

Etrello immer so ein bisschen.

Christian

Zermatt haben wir mal angetestet.

Christian

Also relativ viel Zeug so.

Christian

Und was

Christian

ich jetzt wiederum, weswegen

Christian

wir in Richtung Odoo gucken

Christian

und Odoo ist selber auch in Python geschrieben,

Christian

aber das ist so mehr nachgeordnet,

Christian

weil die eine gute Abi haben.

Christian

Bei Odoo ist dieses

Christian

Projektmanagement im ERP

Christian

Prozess überall

Christian

mit angedockt. Die haben sich relativ viel Mühe

Christian

gegeben, so ein allgemeines, fast schon SAP-artiges

Christian

System aufzubauen und haben

Christian

dann aber fachlich kompetent einzelne

Christian

Module, die gut ineinander übergehen. Du kannst zum Beispiel,

Christian

wenn du dann einen Verkaufsprozess

Christian

hast und

Christian

dem Kunden ein Projekt

Christian

verkaufst, kannst du im Verkauf

Christian

schon sagen, das ist ein Projekt der und der Art,

Christian

kannst du da irgendwie dran tackern, was da irgendwie

Christian

die Kalkulationsstrukturen sind, so typische

Christian

was legst du noch an Anhängen, an PDF

Christian

bei, etc., etc.

Christian

Und wenn der Kunde sagt, so, das machen wir jetzt,

Christian

dann kannst du in diesem Auftrag draufklicken,

Christian

ja, das wird jetzt ein Projekt und kannst gleich

Christian

für dieses Angebot ein passendes

Christian

Projekt-Template in, hier

Christian

habe ich ein Board, das sind die 50 Sachen, die jetzt

Christian

zu tun sind, rauslassen

Christian

und die sind alle aneinander geknüpft und du kannst

Christian

die Stunden, die da reingehen, gleich in den Auftrag

Christian

buchen und das war so ein, okay,

Christian

hier geht irgendwie, du kannst alles mit allem verknüpfern.

Christian

Da hat es mir so ein bisschen

Christian

die Sprache verschlagen.

Dominik

Also ich muss aber sagen,

Dominik

gerade wenn man jetzt Remote arbeitet, das ist vielleicht jetzt gerade

Dominik

was anderes, aber wenn man irgendwie jetzt nicht Remote arbeitet,

Dominik

sondern in so einem Office ist, finde ich

Dominik

diese klassische, wir haben jetzt so

Dominik

Whiteboards und hängen da Post-its hin, Sache

Dominik

sehr cool, weil das halt so eine Haptik hat und man muss

Dominik

aufstehen und hingehen und mal so die Distanz ändern

Dominik

und hat das halt nicht in irgendwelchen

Dominik

verschwurmelt ein Ticket, sondern man sieht das alles irgendwie so

Dominik

vor sich visuell und das hat irgendwie einen riesen Vorteil.

Dominik

Man braucht halt ganz viele Boards,

Dominik

aber wenn man das geht, ich finde das sehr charmant.

Dominik

Und hast halt keine Nachverfolgbarkeit, das

Dominik

ist dann schwierig. Ja, vielleicht muss man das irgendwie dann

Dominik

abnehmen oder so. Nein, das ist gut.

Dominik

Nein, das ist recht, weil jemand, der nicht

Dominik

da ist, das nicht sehen kann.

Christian

Nein, nein, Nachverfolgbarkeit kommt halt immer drauf an,

Christian

weil da gibt es halt auch eine interessante

Christian

Dynamik, weil

Christian

Transparenz im Unternehmen

Christian

ist keine absolute

Christian

Größe, weil das Problem

Johannes

ist Transparenz. Das meine ich ja gar nicht. Ich meine ja die Leute, die da mit dran

Johannes

beteiligt sind. Ja, ja, ja, warte, warte, warte.

Johannes

Transparenz

Christian

hat das Problem, zu viel

Christian

Transparenz killt dir die Innovation,

Christian

weil keiner traut, irgendwas

Christian

zu machen, weil das könnte in zehn Jahren noch irgendwer lesen,

Christian

dass er mal eine blöde Idee hatte.

Christian

Zu wenig Transparenz und du hast

Christian

Ja, aber

Christian

kurz die Scheibe machen. Zu wenig Transparenz

Christian

bedeutet wiederum, dass du halt Korruption reinkriegst.

Christian

Ja, da brauchst du Transparenz. Und ich weiß,

Christian

dir geht es gerade darum, wenn du gemischte Teams hast, wenn du halt

Christian

Leute hast, die gerade krank waren oder die gerade irgendwie etc.

Christian

Das ist immer was.

Christian

Ja, irgendwas ist immer.

Christian

Wofür ich Whiteboard-Prozesse halt

Christian

gerne nehme mit dieser Haptik, ist tatsächlich

Christian

eher so ein Workshop-orientiertes Verfahren,

Christian

wo du sagst, okay, jetzt sind wir hier, die vier, fünf

Christian

Leute gerade mal vor Ort und du willst diese

Christian

High-Band-With-Low-Latency-Kommunikation,

Christian

die Menschen halt, wenn sie vor Ort sind, halt einfach

Christian

mal volle Kanne ausnutzen, dann machen

Christian

sich so Sachen mit Whiteboards und wir

Christian

haben auch so extra hexagonale Post-its,

Christian

weil die sich gut clustern lassen.

Christian

Das ist ein hexagonales Post-it.

Christian

ein hexagonales Post-it

Christian

und die

Christian

die nutzen wir dann

Christian

und dann werden die abfotografiert

Christian

und aber im Prinzip

Christian

wird jeder, der da war

Christian

verschriftlicht sich

Christian

die Erkenntnisse

Christian

und danach wird das ganze Ding wieder weggefaltet

Christian

und weggepackt und dann geht es irgendwie in Tickets weiter

Christian

aber das ist halt nur so ein temporäres

Christian

man muss auch mal Mut haben

Christian

auch mal Sachen abzuschneiden und zu vergessen

Christian

und zu verlieren

Christian

mein Kumpel sagt dann auch immer wieder

Christian

die wichtigen Sachen kommen wieder.

Christian

Ja, so kann man das

Christian

natürlich machen.

Jochen

Es ist erschauend, wenn man

Jochen

zu viele Mails kriegt, eine gute Strategie,

Jochen

einfach nicht mehr drauf reagieren.

Jochen

Die wichtigen Sachen erreichen dann

Jochen

einen über andere Wege.

Christian

Wer schreit, hat noch Reserven.

Christian

Ja, das ist doch ein schönes

Johannes

Stichwort zum Thema Projektmanagement. Wer schreit,

Johannes

der kann auch. Schöne Folge.

Dominik

Ja, ihr habt das zwar trotzdem vergessen, XP und Scrum-Chats,

Dominik

ich bin da ein bisschen böse, vielleicht muss der Jochen das gleich noch

Dominik

alleine nachlesen.

Jochen

Machen wir nächstes Mal.

Jochen

Ja, genau, wir machen einfach Teil 2.

Jochen

Die Details.

Christian

Wir machen das wie beim Känguru, der Jochen

Christian

spricht jetzt noch die Fußnoten ein.

Christian

Das kann jeder in den Shownotes nachlesen.

Christian

Genau.

Dominik

Zum Extreme-Pro-Rolling gab es nochmal so einen Podcast irgendwie bei

Dominik

Cash-Rolling-Express, ich glaube die Nummer 28 war das,

Dominik

mit Pavel Maja und Jim Whitlap.

Dominik

Das war schon ein bisschen älter,

Dominik

15 Jahre oder so, aber

Dominik

Das ist immer noch gut.

Dominik

Das habe ich ja nicht neu erfunden.

Dominik

Das ist damals schon ein Podcast.

Jochen

Ja, und ich habe das damals schon gehört.

Jochen

Das Ding hat mich damals dazu gebracht,

Jochen

irgendwie zu überlegen,

Jochen

wir haben damals in der Firma Wasserfall-Geschichten gemacht

Jochen

und als ich das gehört habe, dachte ich mir so,

Jochen

das muss irgendwie anders werden.

Jochen

Das kann nicht so bleiben.

Jochen

Und genau, ja.

Dominik

Ja, vielen Dank für die Projektmanagement-Folge,

Dominik

die wir endlich hinbekommen haben.

Dominik

Also das Projekt, Projektmanagement-Folge

Dominik

haben wir jetzt quasi erfolgreich abgeschlossen.

Dominik

Wie fühlt ihr euch? Ich weiß nicht, wie geht man

Dominik

in das Projekt nach? Muss man das nochmal aufbearbeiten,

Dominik

um das nächste Projekt, Learnings

Dominik

mitzunehmen? Macht man so

Dominik

ritualisierte Verfahren?

Dominik

Geben wir uns alle einen High-Five am Ende?

Dominik

Du reißt den Topf jetzt nicht wieder auf.

Dominik

Wir haben gerade schon immer drauf.

Dominik

Das Ende eines Projektes ist der Anfang des

Dominik

nächsten Projektes.

Christian

Du hast vor einer halben Stunde schon gesagt, wir sollen zum Ende kommen.

Christian

Ja, cool.

Christian

Nö, fand's auch

Christian

echt interessant.

Dominik

Vielen Dank, dass ihr das wieder rüberkommt.

Dominik

Da sind viele Themen noch offen, wie der Dominik sagt.

Dominik

Da kann man sicherlich noch mal eine Folge draus machen.

Dominik

Feedback, weitere Wünsche, hallo at peisenpodcast.de.

Dominik

Bleibt uns gewogen. Schaltet mal wieder rein.

Dominik

Vielen Dank, dass ihr dabei wart.

Dominik

Bis zum nächsten Mal. Tschüss.

Dominik

Danke fürs Zuschauen. Tschüss.